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4 (1830) F bis G
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Friedrich Wilhelm II. (König von Preußen)

dert, sodaß bci bks Königs Tode 18 Mill. Schulden vorhanden waren. F. W.'sH.erste Theilnahme an auswärt. Angelegenh. bestand darin, daß er (1787) eine Armeeunter dem Herzoge v. Braunschwcig nach Holland schickte, wo die Patrioten (dieantioranische Partei) die Rechte des Erbstatthalters nicht mehr anerkennen wollten,und dessen Gemahlin, Schwester des Königs, bei ihrer Reise nach dem Haag belei-digt, dafür aber keine Genugthuung gegeben hatten. Die Preußen drangen ohneWiderstand bis Amsterdam, und die alte Ordnung der Dinge wurde bald hergestellt,auch (15. Apr. 1788) eine Schutzverbindung im Haag zwischen Preußen, Englandund Holland geschlossen. In dem Kriege zwischen Schweden und Rußland (1788)hinderte F. W, in Verbindung mit England, den fernern Angriff Dänemarksauf Schweden. Eifersüchtig auf die Fortschritte Rußlands und Östreichs im Tür-kenkriege, verbürgte er der Pforte in einem Bündnisse, 1790, alle ihre Besitzungen,und reizte dadurch Östreich, sodaß bereits ein preuß. Heer in Schlesien an der böh-mischen Grenze, und ein östr. in Böhmen sich zusammenzog. Doch Leopold H.wünschte keinen Krieg mit Preußen und versprach (27. Juli 1790) in der reichcn-bacher Convention, welche, unter Vermittelung Englands und Hollands, zwischenÖstreich und Preußen abgeschlossen wurde, den Türken alle Eroberungen, bis aufden Bezirk von Aluta, zurückzugeben, auf welche Bedingungen auch der Friede vonSzistowe zwischen Östreich und der Pforte abgeschlossen wurde. Die Mißverständ-nisse über diese Convention glichen Leopold II. und Friedrich Wilhelm H. bei ihrerZusammenkunft in Pillnitz(Aug. 1791) aus, wo sie zu einer nähern Verbindung inHinsicht der franz. Angelegenheiten zusammentraten. Ein Theil der Polen, an ihrerSpitze der König Stanislaus August, beabsichtigte eine neue Verfassung des Reichsund eine erbliche Thronfolge, welche dem sächsischen Hause bestimmt war. Um einerauswärtigen Bürgschaft sich zu versichern, ward das Bündniß zwischen Polen undPreußen geschlossen, in welchem Preußen die Untheilbarkeit des polnischen Staatsanerkannte und demselben einen Beistand von 40,000 M. und 4000 M. Cavaleriezusicherte, sobald sich eine fremde Macht in dessen innere Angelegenheiten mischenwürde. Bald aber wußte Katharina H., nachdem sie mit der Pforte Frieden geschlos-sen und, ohne selbst Antheil an dem Kampfe gegen Frankreich zu nehmen, PreußensundÖstreichSAnstrengungen in diesem Kriege berechnet hatte, Friedrich Wilhelm da-hin zu bringen, entweder, als Folge des Bündnisses mit Polen, diesen Staat gegenRußland zu vertheidigen, oder ihn in Verbindung mit Rußland zum zweiten Malzu theilen. Preußen ließ (Jan. 1793) Truppen unter Möllendorf's Anführungin Großpolen einrücken und einen Landstrich besetzen, der 1100 sJM. groß, undmit Einschluß von Danzig und Thorn, 1,200,000 Einw. fassend, u. d. N. Süd-preußen mit Westpreußen verbunden und nach preuß. Verfassung eingerichtetwurde. Obgleich nun der Reichstag von Grodno diese Abtretung und den gleich-zeitigen Ländervcrlust an Rußland genehmigen mußte, so brach doch (Apr. 1794)unter Kosciuszko und Madalinski ein Aufstand der Polen zur Wiederherstellungihrer Selbständigkeit aus, in welchem anfangs die Russen und auch die Preußenmehrmals besiegt wurden, bis endlich Kosciuszko von dem russischen General Fer-sen (10. Oct.) gefangen, und Praga (4. Nov.) von Suwaroff erstürmt wurde.Darauf ward in der dritten Theilung Polens (1795), zwischen Rußland, Östreichund Preußen, der Rest des polnischen Staats aufgelöst. Preußen erhielt dabeinoch einen bedeutenden Ländcrzuwachs. Den Antheil Preußens an dem Kampfe gegenFrankreich begründete, alsFolge der pillnitzer Convention, das BündnißmitÖstreich(Berlin, 7. Febc. 1792), in welchem sich beide zur Erhaltung der deutschen Reichs-verfassung, zur Bekämpfung der stanz. Revolution und zur Errichtung einer freie»Constitution in Polen vereinigt hatten. Obgleich man nun in Frankreich nichterwartete, daß Preußen wirklich am Kampfe Theil nehmen würde, so ließ dochFriedrich Wilhelm (Juni 1792) ein Heer von 50,000 M. nach dem Rheine auf-