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4 (1830) F bis G
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Friedrich II. (König von Preußen)

bis der Friede zu Wien (1735) diesen Krieg beendigte. F. W. war ein großerStaatswirth; er begründete eine neue Einrichtung des Finanz- und Justizwesens;das Heer brachte er auf 70,660 M.; Magdeburg, Stettin, Wesel und Memelwurden unter ihm befestigt; er baute viel und mit Aufwand für Land und Leute,weniger und mit größter Sparsamkeit für sich und s. Hof; er stiftete das kollexiuiumiäieo - vkiiurxivui», die Charitö und das Findelhaus zu Berlin, das berlinerCadetten- und das Potsdamer Waisenhaus; die salzburger Ausgewanderten und dieaus Polen geflüchteten Dissidenten fanden in s. Staate gute Aufnahme; dagegenentgingen die berliner Akademie und die Universitäten nur mit Mühe ihrer Aushe-bung. Seine Gemahlin und s. Kinder waren nicht selten den heftigen Ausbrüchenseines Zorns und seines Despotismus ausgesetzt, besonders der Kronprinz Friedrich,dessen Geist und Richtung dem Vater gänzlich zuwider war. Auch öffentlich suchteJedermann sich dem Anblicke des jähzornigen Königs zu entziehen. Seine Vorliebefür das Militair, besonders für sehr große Leute, wurde oft zu weit getrieben.Seine Umgebungen, die nicht immer die besten Gesinnungen hatten, und mit denener sich gewöhnlich in seinen es..Glichen Tabagien vergnügte, an welchen auch derbekannte Gundling Theil nahm, vermochten sehr viel über ihn. Nach einer 28jähr.Regierung starb er, 52 I. alt, den 31. Mai 1740. Er hinterließ s. Nachfolger,Friedrich II., gegen 9 Miil. Thaler in der Schatzkammer und ein gut abgerichtetes,schlagfertiges Heer. Fr. W's. übrige Söhne waren: August Wilh., der Vater des K.Friede. Wilh. II. (geb. 1722, gest. 1758); Heinrich (geb. 1726, gest. 1802), undFerdinand (geb. 1730, gest. 1813). Friedrich Wilhelm I. begriff den tiefen Ginndes alten Sprüchworts:Ordnung hilft Haushalten". König zu sein, Mehrer desReichs im wahren Sinne des Worts, durch Förderung und Veredlung aller geisti-gen Anlagen und Kräfte seines Volks, entsprach seinen Fähigkeiten nicht. König zuscheinen, wie sein Vater, durch eitle Pracht, unter der Leitung allmächtiger Minister,widersprach seinem Charakter. Er fühlte den Beruf in sich, Landcsvater zu sein,wie Hausvater. Der große Kurfürst hatte die Unabhängigkeit s. Hauses, Friedrich I.den äußern Glanz desselben begründet, F. W. stellte die innere Macht und Stärkedesselben fest. Von ihm ging der Geist des Fleißes, des nüchternen Haushalts, desstrengen Hausregiments auf sein Volk über. Seine Politik war seine Liebe zur Ge-rechtigkeit. Diplomatistren war ihm ein Gräucl. In Rcligionssachen war er streng-orthodox, ohne Meinung und Urtheil, gläubig ohne Widerrede; in Rechtssachenunbeugsam, überall von gesunder Vernunft und Einfalt, dem künstlichen Proccs-siren durchaus abhold. Wissenschaften und Künsten war er »»geneigt, wenn sie sichnicht augenscheinlich und auf der Stelle nutzend erwiesen. Dem Ritter- und Lehen-wesen, insofern es dem Adel nicht mehr Verpflichtungen und Dienste auferlegte,sondern nur Vorrechte und Genuß gewährte, machte er ein Ende. Freiheit und Ge-rechtigkeit war ihm der höchste Grundsatz, welchem er aber unbedingten Gehorsamaufimpfte. Im Innersten seines Herzens war er echter Republikaner, und er hatmehr als Einmal die Absicht gehabt, sein Leben als freier Privatmann in der Re-publik Holland zu beschließen.Wenn es wahr ist", sagt Friedrich d. Gr. von ihm,daß man den Schatten der Eiche der Kraft der Eichel verdankt, aus welcher sie er-wuchs, so wird alle Welt eingestehen, daß man in dem arbeitsamen Leben diese-Fürsten und in seinen weisen Anordnungen die Quelle des Glücks suchen muß, des-sen das Königshaus sich noch jetzt erfreut". tj.

Friedrich II., König von Preußen, der größte Regent des 18. Jahrh.,geb. 24. Jan. 1712, Sohn des Vorigen; s. Mutter war die hanöversche PrinzessinSophia Dorothea. Unter dem Drucke einer harten, bloß auf militairische Übun-gen berechneten Erziehung verfloß seine erste Jugend. Der General Graf v. Fin-kenstcin war sein Gouverneur; der Major v. Kalkstein sein Unterhofmeister. Nachdes Vaters Willen zunächst zum Exerciren und kleinen Militairdienste angeführt,

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