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4 (1830) F bis G
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418 Friedrich Wilhelm I. (König von Preußen)

vollenden ihnen überlassen blieb".Bei vielen Fehlern und Schwachheiten ge-bührt indeß dem Könige Friedrich I. das Lob, daß er von Natur gutherzig war unddaß er seinen Staaten in bedenklicher Zeit den Frieden zu erhalten wußte".

Friedrich Wilhelm I., König in Preußen, Sohn Friedrichs I., geb.1688, ward von einer Französin, der geistreichen Frau v. Nocoulle, späterhinberühmt als Marthe du Wal, erzogen, die jedoch keinen Einfluß auf ihn gewinnenkonnte (größer» Einfluß hatte sie als Erzieherin Friedrichs des Gr.). Der Cha-rakter des Prinzen bildete sich am Hofe s. Großvaters, des Kurfürsten zu Hanover, §eines kaltblütig gerechten und streng haushälterischen Fürsten, dessen einfache,zwanglose Hofhaltung dem jungen Prinzen mehr zusagte als die steife Pracht amväterlichen Hofe zu Berlin. Die ersten Heerführer seines Vaters, der Mark-graf Philipp und der Fürst von Anhalt, entwickelten des Prinzen zweite vorherr-schende Neigung, die zum Soldatenspiel und zu riesenhaften Grenadieren, ohneihn auch zum Feldherrn zu bilden. Als Kronprinz vermählte er sich (1706) mit derhanöv. Prinzessin Sophie Dorothea. Sogleich nach s. Regierungsantritte (Febr.1713) beschränkte er den Luxus, welcher bisher am Hofe s. Vaters geherrscht hatte.

Er beschränkte die Zahl der Angestellten, verminderte die Besoldung der andern,und suchte die Finanzen neu zu organisircn. Im Frieden zu Utrecht (1713) er-kannten Frankreich und Spanien die preußische Königswürde und die Souveraim-tät über Neufchatel und Valengin an; auch ward ihm für das abgetretene nassaui-sche Fürstenthum Orange der Besitz von Geldern bestätigt. In dems. I. nahm F.

W. Besitz von der Grafschaft Limburg, auf welche sein Vater vom Kaiser die An-wartschaft erhalten hatte. Im Laufe des nordischen Krieges, an welchem Fried-rich I. durchaus keinen Antheil nahm, wollten die Russen und Sachsen, nach derCapitulation des schwedischen Generals Steenbock in Tönningen, Schwcdisch-Pommern besetzen. Dies zu verhindern, schlössen der Administrator von Holstein-Gottorp und der schwedische Generalgouvemcur in Pommern, GrafWelling (Juni1713), mit F. W. I. einen Scquestrationsvertrag über Stettin und Wismar.

Der König hatte die Absicht, den Norden durch seine Vermittelung zu beruhigen;allein der aus der Türkei nach Stralsund zurückgekehrte Karl XII. verwarf diesenVertrag und verlangte Stettin von Preußen zurück, wobei er die Wiederbezah-lung der 400,000 Thlr. verweigerte, welche der König an die Russen und Sachsenzur Vergütung der Kriegskosten bezahlt hatte. Dadurch ward F. W. I. zum Kriegegegen Schweden und zum Bündnisse mit Rußland, Sachsen und Dänemark (171S)bestimmt. I» Verbindung mit denselben eroberte Leopold v. Dessau, an der Spitzeder Preußen, Rügen und Stralsund. Nach Karls XII. Tode behielt Preußen imFrieden von Stockholm (21. Jan. 1720) Vorpommern bis an die Peene, Stettinund die Inseln Usedom und Wollin, indem es an Schweden 2 Mill. Thlr. bezahlte.

Von dem Bündnisse, welches zwischen England, Holland und Preußen zu Hano-ver abgeschlossen worden war, wußte, nach Georgs U. Thronbesteigung in Eng-land, der östr. Gesandte, Graf von Seckendorf, den König abzuziehen, woraufdieser, in dem Vertrage zu Wusterhausen (12. Oct. 1726), dem Kaiser versprach,die pragmatische Sanction anzuerkennen und ihn auf den Fall eines Angriffs mit19,000 M. zu unterstützen. Obgleich nun bei dem Ausbruche des polnischen Erb- ,folgekriegcs (1733) der König den aus Polen geflüchtet«« König Stqnislaus Les- iczinski, den Gegner Augusts II, in Königsberg ehrenvoll aufnehmen ließ, und da-durch die Unzufriedenheit der mit Sachsen verbundencnHöfevon Wien undPeters-burg erregte, so stellte er doch, als Frankreich Östreich den Krieg erklärte, 10,000M. HülfStruppen für Östreich, welche sich mit dem Heere dieser Macht am Rheinevereinigten. Der König und der Kronprinz befanden sich selbst einige Zeit bei dir- 'sem EorpS. Das Alter und die Vorsichtdes östr. Feldherrn, des Prinzen Eugen, be-wirkten aber, daß es am Rheine zu keinen bedeutenden kriegerischen Vorfällen kam,