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Friedrich I. (König von Preußen)
sich (1691 — 97) in den Schlachten bei Salankemen, bei Belgrad und Zenthaauszeichneten. Im ryßwicker Frieden (1697) wurden für Brandenburg die Be-dingungen des westfälischen und des Friedens von St.-Germain bestätigt. Denschwiebuser Kreis gab er (1695)an Östreich zurück; doch behielt er sich die Ansprücheseines Hauses aus die 4 schlesischen Fürstenthümer vor. Östreich gab ihm für dieauf Schwicbus verwandten Summen 250,000 Thlr., und zur Schadloshaltungdie Anwartschaft auf Ostfriesland und auf die Grafschaft Limburg in Franken;beide Anwartschaften gingen später in Erfüllung. Bon dem Kurf. von Sachsen,Friedrich August 1., der den polnischen Thron (1697) bestieg, erkaufte er die Erb-schirmvoigtei über das Stift Quedlinburg, die Reichsvoigtci zu Nordhausen unddas Amt Petersberg bei Halle. Mit den Häusern Hohcnzollern - Hechingen undSigmaringen schloß er einen Erbverbrüderungs-Vertrag (s. d.). DieStadt Elbing, welche bereits dem großen Kurfürsten für 400,000 Thlr. verpfän-det, demselben aber so wenig wie jene Summe übergeben worden war, ließ er(1703) in Besitz nehmen. Nach der Erhebung des Kurfürsten von Sachsen aufden polnischen, und des Orarn-rs Wilhelm Hl auf den englischen Thron, wünschteer auch für sich die königl. Würde von Preußen, als dem einzigen, ihm damals ge-hörenden unabhängigen Staate. Die Einwilligung des Kaisers (16. Nov. 1700)erhielt er nur auf die Bedingungen, den rückständigen östr. Hülfsgeldern zu entsa-gen, im bevorstehenden spanischen Erbfolgekriege 10,000 M. auf seine Kosten zuunterhalten, in allen Reichsangelegenheitcn der kaiserl. Stimme beizutreten, beijeder künftigen Kaiscrwahl seine Stimme einem östr. Prinzen zu geben, und seinedeutschen Reichslande den Verbindlichkeiten gegen das Reich nicht zu entziehen. Am18. Jan. 1701 setzte er sich und s. Gemahlin zu Königsberg die Krone auf, nach-dem er Tags vorher den schwarzen Adlerordcn gestiftet hatte. Mit Ausnahme desPapstes, Frankreichs, Polens und des deutschen Ördens ward der Kurfürst alsKönig Friedrich I. von den europäischen Mächten anerkannt. An dem nordi-schen Kriege nahm er keinen Antheil; als Östreichs Bundesgenosse sandte er aberin dem spanischen Erbfolgekriege 20,000 M. an den Rhein, und 6000 M. nachItalien. Sie fochten unter dem Fürsten Leopold von Dessau am Ober - und Nie-derrheine, beiHöchstädt, bei Turin und in Belgien. Friedrich I. erlebte das Endedieses Kampfes und den Frieden von Utrecht nicht. Nach Wilhelms IH. Todebrachte er, als Enkel des oranischen Prinzen Friedrich Heinrich, die GrafschaftenMeurs und Lingen an sein Haus. Als Herzog von Kleve nahm er Geldern, nachdem Erlöschen des Habsburgischen Mannsstammes in Spanien, in Besitz, weilKarl V. im 16. Jahrh., den Herzog Wilhelm von Kleve, der von den StändenGelderns zum Regenten gewählt worden war, genöthigt hatte, dieses ihm zu über-lassen. Von den Ständen der Fürstenthümer Neufchatel und Valengin ward er,nach dem Erlöschen des Hauses Longueville, zum Regenten (1707) erwählt. Vondem Grafen v. Solms-Braunfels erkaufte er (1707) die Grafschaft Tecklenburg inWestfalen für 300,000 Thlr., und verband sie mit der Grafschaft Lingen. Fried-rich stiftete 1694 die Universität Halle, 1699 die Bildhauer- und Maleraka-demie zu Berlin. Er ließ Berlin durch die unter ihm angelegte Friedrichsstadt er-weitern, baute zu Ehren s. zweiten Gemahlin Charlottenburg, und gründete (1705)das Oberappellationsgericht. Er starb am 25. Febr. 1713, im 56. Lebensjahre.Friedrich der Gr. tadelt seine übertriebene Prachtliebe, die verschwenderische Frei-gebigkeit, mit welcher er seine Günstlinge überhäufte, und daß er die Königswürdeunter so unwürdigen Bedingungen erkauft habe; jedoch fügt er hinzu: „Die Kö-nigswürdc befreite das Haus Brandenburg von dem Joche, in welchem Östreich da-mals die deutschen Fürsten hielt; überdies hinterließ er damit seinen Nachfolgerneinen Stachel zum Ruhm; er hatte ihnen einen Namen gewonnen, dessen sie sichwürdig erzeigen mußten; erlegte den Grund zu einem Gebäude, dessen Größe zuConv.-Lex. Siebente Aufl. Bd. IV. -j- 27