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Friedrich I. (König von Preußen)
stenthumS Jägernborf gesetzt zu werden, das der Kaiser, nachdem er den FürstenJohann Georg, aus dem Hause Brandenburg, 1623 in die Acht erklärt, ebenfallsan sich gezogen hatte. Für alle diese Ansprüche erhielt F. W. (1686) den schwie-buser Kreis, machte sich jedoch schriftlich zur künftigen Rückgabe desselben verbind-lich, die auch unter s. Nachfolger (s. Friedrich III.) eintrat. Zur Unterstützungdes Kaisers im Türkenkriege sandte darauf (1686) der Kurfürst 8000 M. unterdem General von Schöning, welche sich bei der Belagerung und Stürmung derStadt Ofen auszeichneten. Im Innern des Landes hatte der Kurfürst besondersAckerbau, Viehzucht und Gartenbau befördert; er verpachtete die Domainengüter,welche bis dahin gewöhnlich durch Amtsschreiber bewirthschaftet worden waren;die ftanz. Flüchtlinge unterstützte er kräftig und gewann in ihnen 20,000 arbeit-same Staatsbürger, welche Fabriken und Manufacturen anlegten und wüste Fleckeurbar machten. Wenn auch der Erfolg des (1683) auf der afrikanischen Küste vondem Major von der Groben angelegten Forts Friedrichsburg den Erwartungen dervon dem Kurfürsten gestifteten afrikanischen Handelsgesellschaft nicht entsprach, sowar doch die Thätigkeit des Kurfürsten, den Handel des Staats weiter zu verbrei-ten, dabei unverkennbar. Berlin wurde durch mehre Anlagen und Gebäude unterihm verschönert; er gründete die Bibliothek daselbst, und (1655) die Universitätzu Duisburg. F. W. starb am 29. April 1688 zu Potsdam im 69. Lebensjahreund hinterließ seinem Sohne ein bedeutend vergrößertes und gut angebautes Land,einen Schatz von 650,000 Thlrn. und ein geübtes Heer von 28,000 M. Nach demTode seiner ersten Gemahlin vermählte er sich (1668) mit der Prinzessin Dorotheavon Holstein-Glücksburg, Witwe des Herzogs Christian Ludwig vonBraunschweig-Celle, die ihm mehre Söhne gebar, aber mit ihrem Stiessohne, dem KurprinzenFriedrich, in schlechtem Vernehmen stand. Die schöne Statue des großen Kurfür-sten in Berlin hat Joh. Jacobi 1700 gegossen. 0.
Friedrich III. (Kurfürst von Brandenburg und souverainer Herzog vonPreußen feit 1688; erster König in Preußen seit 1701), geb. 1657 zu Königs-berg, erhielt nach seines ältern Bruders Tode die Aussicht zur Erbfolge. Nach demTode seiner ersten Gemahlin, Elisabeth Henriette von Hessen-Kassel, vermählte ersich (1684) mit Sophie Charlotte vonHanover, Schwester des nachhingen Kö-nigs von England, Georg 1., einer Fürstin, höchst ausgezeichnet durch geistige undkörperliche Bildung. Ihr verdankte der Hof Friedrichs I. den Glanz der Wissen-schaften und Künste und die Grazien des geselligen Lebens. Sir gebar (1688)Friedrich Wilhelm I., und veranlaßte, nebst Leibnitz, ihrem Lehrer und Freunde,die Stiftung der Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Sie starb 1705. Fried-richs dritte Gemahlin, eine Prinzessin von Mecklenburg, verfiel in Wahnsinn, so-daß er genöthigt war, sich von ihr zu trennen. Bei den Mißverständnissen mit sei-ner Stiefmutter wurde er auch von seinem Vater verkannt, der ihn enterben wollte,sich aber doch durch seine Minister bewegen ließ, das Testament dahin abzuändern,daß der Kurprinz in der Kurwürde und den Kurländcrn, und seine übrigen Söhnein den andern Besitzungen folgen sollten. Dieses Testament erklärte Friedrich HI-,der schon als Kurprinz mit Östreich in gutem Vernehmen gestanden und von die-sem die Zusage der Unterstützung dabei erhalten hatte, für ungültig; nahm vonden gesammten Ländern seines Vaters Besitz und gab seinen Stiefbrüdern Ämterund Apanagen. Den Prinzen Wilhelm von Oranien unterstützte er bei dessen Zugenach England (1688) mit 6000 M. Zur Reichsarmee gegen Frankreich, welchesdie Rheinpfalz verwüstete (1689), sandte er 20,000 M. 1691 schloß er sich demgroßen Bunde des Kaisers, Spaniens, Englands und Hollands gegen Frank-reich an und sandte 15,000 M. in die Niederlande, über welche der KönigWilhelm von England den Oberbefehl führte. Ebenso unterstützte er den Kaisergegen die Türken, für ein Hülfsgeld von 150,000 Thlr., mit 6000 M., welche