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Friedrich August I. (König von Sachsen)
ab; erst nach erklärtem Reichskriege, 1793, stellte er sein Contingent zu demselbenals Reichsstand. Vier Jahre lang nahm er auf solche Weise an einem Kriege Theil,zu welchem die Pflicht ihn nöthigte, bis er dem Waffenstillstands- u. Neutralitäts-vertrage des obersächs. Kreises mit den Franzosen (13. Aug. 1796) beitrat und dieDemarcationslinie an den südl. Grenzen seines Landes besetzen ließ. Bei dem ra-städter Congrefse suchte er die Selbständigkeit des deutschen Reiches zu behaupten,und bei dem Entschädigungsgeschäft zu Regensburg (1802 u. 1803), wozu er nebst7 andern Reichsständen erwählt war, halte er kein andres Augenmerk als strengeGerechtigkeit bei Vertheilung der Entschädigungsmasse. An einem neuen Kriegezwischen Frankreich und Östreich 1805 nahm er keinen Theil; doch verstattete er,bei seiner Verbindung mit Preußen, den Heerestheilen dieser Macht den Durchzogdurch sein Land. Als aber am 6. Aug. 1806 die Auflösung des deutschen Reichs er-folgt war, sah er sich genöthigt, 22,000 M. zu den Preußen gegen Frankreich stoßenzu lassen. Nach der Schlacht bei Jena u. Aucrstädt (14. Oct.) war Sachsen zuerstdem eindringenden Feinde preisgegeben, und das Loos des Landes wäre gewiß aufandre Weise entschieden worden, hätten nickt Friedrich Augusts persönliche und Re-gentcntugendcn dem Feinde Achtung eingeflößt. Der Sieger legte, außer mehrenRequisitionen, dem Lande eine Kriegssteucr von 25 Will. Fr. auf und richtete eineProvisor. Verwaltung der in Beschlag genommenen landesherrl. Einkünfte ein, ge-stand aber übrigens dem Lande Neutralität zu. Friedr. August unterstützte seine be-drängten Unterthanen durch Geldvorschüsse und durch die Lieferungen seiner Kam-mcrgüter; am wirksamsten jedoch durch den Abschluß des Friedens mit Napoleonzu Posen (11. Dec. 1806). Der Kurfürst von Sachsen wurde zum König erho-ben, trat als solcher dem Rheinbünde bei und stellte ein Contingent von 20,000Mann. In der Niederlausitz wurde ihm der kottbusser Kreis zugesichert; dagegentrat er an den König des neu errichteten Reichs Westfalen das Amt Gommern, dieGrafschaft Barop, Treffurt und einen Theil der Grafschaft Mansfeld ab. Auchbestimmte der 5. Art. d. Fr. die Gleichstellung der Katholiken mit den Lutheranernin allen kirchlichen, bürgerlichen und politischen Rechten. Durch den Frieden vonTilsit 1807 erhielt Friedr. August in Polen das Herzogthum Warschau. Als Königvon Sachsen und Herzog von Warschau hatte er aber doppelte Verbindlichkeit, Theilan Frankreichs Kriegen zu nehmen. Indeß sandte er keine Truppen nach Spanien.In dem Kriege, der 1809 gegen Östreich geführt ward, stellte er bloß sein Contin-gcnt; doch mußte er selbst, als Streiscorps Sachsen durchzogen, über Naumburgnach Frankfurt a. M. sich begehen. (Vgl. Wiener Friede.) In dem fran-zösisch-russischen Kriege von 1812 wurden seine Staaten der unmittelbare Schau-platz des Krieges. Friedr. August hatte sich, als die Verbündeten in Sachsen ein-rückten, nach Plauen, dann nach RegenSburg, endlich nach Prag begeben. Nachder lützener Schlacht kehrte er aufNapolcons drohendes Begehren nach Dresden zu-rück. (Vgl.Sachsen.) Er befand sich inDresden, als die Verbündeten dieseStadtnach Ablauf des Waffenstillstandes angriffen. Später folgte er Napoleon nachLeipzig. Als diese Stadt am 19. Oct. erstürmt worden war, ließ ihm der KaiserAlexander erklären, daß er ihn als seinen Gefangenen betrachte. Erfolglos blieb desKönigs Erklärung an die Kaiser von Rußland und Östreich, der gemeinschaftlichenSache beizutreten. Er mußte sein Land (23. Oct.) verlassen und lebte anfangszu Berlin, dann auf dem Lustschloffe Friedrichsfelde, wo er gegen die VereinigungSachsens mit Preußen eine Verwahrung seiner Rechte auf Sachsen erließ. Hier-auf ward ihm gestattet, sich nach Presburg zu begeben. Daselbst nahm er an denVerhandlungen des wiener Congreffes Theil. Endlich kehrte er am 7. Juni 1815in Folge des am 18. Mai unterzeichneten Vertrags mit Preußen (vgl. Sachsen)in seine Hauptstadt zurück; zur Erinnerung stiftete er den Eivilorden für Verdienstund Treue. In kurzer Zeit stellte er den zerrütteten StaatScredit wieder her, ordnete