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4 (1830) F bis G
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Friedrich August I. (König von Sachsen)

nufactmisten und Fabrikanten (vorzüglich Spinnmaschinen rc.) aller Art durch Ge-halte, Geschenke und Borschüsse unterstützt; der Handel, der durch den ficbenjähr.Krieg und durch die wahrend der Vormundschaft auf die ausländischen Waaren ge-legten Abgaben einen nicht geringen Stoß erlitten hatte, hob sich zu einer vorher nieerreichten Blüthe. Wer gedenkt nicht hierbei der Verbesserung alter und Anlegungneuer Kunststraßen, sowie der Schiffbarmachung der Unstrut und Saale, welcheFlüsse durch Canäle über Leipzig, Eilenburg und Torgau mit der Elbe in Verbindunggebracht werden sollten ? Das Heer ward auf einen bessern Fuß gesetzt, die Bildungkünftiger Ofsiciere musterhaft begründet, und ein Militair-Strafgesetzbuch gegeben.Bedeutende Unterstützungen erhielten die Universitäten Wittenberg und Leipzig; dieFürstcnschulcn Pforta, Meißen und Grimma wurden neu eingerichtet, erhieltenneue Gebäude und mehre Lehrer; die Seminarien zu Dresden und Weißensels, da«Soldatenknabeninstitut zu Annaberg, die niedern Bergschulen im Erzgebirge, die ver-besserte Einrichtung der Bergakademie zu Frciberg, die Gehaltserhöhung der Land-schullchrer u. a. m. zeugen von dem Eifer dieses Wissenschaft!, gebildeten Regentenfür die geistige Cultur seines Volkes. In der Gesetzgebung zeigt sich Friedr. AugustsRegierung von der achtungswürdigsten Seite. 1770 ward die Tortur abgeschafft,die Rcinigungseide wurden vermindert, die Todesstrafen beschränkt und menschlicher.1791 ward eine beständige Gesetzcommisston errichtet, welche mit dem Entwürfe zueiner neuen Gerichtsordnung beauftragt, 1820 aber aufgehoben ward; 1810 er-hielten 3 Rechtskundige den Auftrag zur Ausarbeitung eines neuen peinlichen Ge-setzbuchs. Wichtige Veränderungen wurden in Ansehung einzelner Landesbehördenvorgenommen, der Justizpacht in den Ämtern aufgehoben und die Rechtspflege vondem Rentweftn getrennt, heilsame Polizeigesetze und eine allgem. Vormundschafts-ordnung gegeben; es wurden Waisenhäuser, Arbeits-, Heil- und Strafanstalten ge-gründet. Überhaupt waltete der Geist der Rechtlichkeit, Ordnung, Mäßigkeit undTreue so allgemein, daß Sachsen auch von Seiten seiner Sittlichkeit sich auszeichnete.Wenn Friedr. August nicht ein immer erhöhetes Glück seinen Unterthanen verschaffte,so war dies der Zeitumstände Schuld; denn wie sehr er auch den Frieden liebte, soward er doch mehr als ein Mal genöthigt, an dem Kriege andrer Mächte Theil zunehmen. 1778 führte er, wegen der Ansprüche seiner Mutter auf die Verlassen-schaft ihres Bruders, deS Kurfürsten von Baiern, gemeinschaftlich mit Friedrichdem Großen, den dänischen Erbfolgekrieg gegen Östreich. (S. TeschenerFriede.) Das Wohl seines Landes und dessen geograph. Lage erfoderten, sich anPreußen anzuschließen; daher trat er auch dem deutschen Fürstenbunde bei. Sehrrichtig urtheilte Johannes Müller hierüber, „daß diese Maßregel der väterlichenSorgfalt gemäß war, mit welcher Friedrich August die Wunden des Vaterlandesimmer glücklicher heilte, und gleich gemäß dem Interesse des Hauses, dessenSchild wider grundlose Ansprüche in Tractatcn ist, und seines Volks, dessen vicl-vermögcnde Stände in ihren zum gemeinen Besten geübten Vorrechten ein Kleinodbesitzen, dessen Verlust beim Untergänge der Gesetze gewiß und unersetzlich wäre".Dieselbe Weisheit bewog ihn auch, eine Königskrone auszuschlagen. Die Polensandten 1791 den Fürsten Adam Czartoryski nach Dresden, um Friedrich Augustzur Thronfolge Polens für sich und seine erblichen Nachkommen zu berufen. Wares ehrenvoll für ihn, um seiner Tugenden willen von einem fremden Volke als Kö-nig berufen zu sein, so war es groß und edel, dem Rufe nicht zu folgen, und lieberdem Glücke des kleinern Vaterlandes zu leben. Leider stand es bald nicht mehr inseiner Macht, die Ruhe dieses Vaterlandes zu sichern. In Pillnitz fand im Aug.1791 die Zusammenkunft zwischen dem Kaiser Leopold und Friedrich Wilhelm H.von Preußen statt, worin Maßregeln gegen die stanz. Revolution ergriffen wurde»,welche das berliner Bündniß vom 7. Febr. 1792 zur Folge hatten. Allein dieWeisheit des Kurfürsten lehnte seinen Beitritt zu diesem Bündnisse, als Macht,