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4 (1830) F bis G
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Friedrich III. (römischer Kaiser)

Joh. Corvin zu gleichem Zwecke nichts ausgerichtet hatte, kinderlos gestorben war(1457), kam Niederöstreich an Friedrich, Oberöstreich an Albrecht, und ein Theil vonÄärnlhen an Siegmund v. Tirol, Wien aber blieb Allen gemeinschaftlich. Bei die-sem Todesfall erlebte Friedrich die Demüthigung, daß, trotz s. Ansprüche auf Böh-men und Ungarn, in ersterm Lande ihm Georg Podiebrad, in letzterm Matthias Cor-vinus vorgezogen wurde. Kaum war dies verschmerzt, als s. BruderAlbrecht (1462)die Hauptstadt Wien gegen Friedrich insurgirte, und dieser, hier belagert, nur von s.Gegner Podiebrad gerettet werden konnte. Bei dieser Noth hakte er sich endlich einMal entschlossen gezeigt und erklärt, eher solle die Burg sein Gottesacker werden,ehe er meuterischen Unterthanen sich ergebe. Erst mit Albrechts Tode (1463) bekamer von dieser Seite Ruhe. Was auf s. Reichstagen geschah, beschränkte sich aus ei-nige wenig beachteteGesetze über den Landfrieden (ja das Faustrecht wurde gleichsamsanctionirt, weil die Fehde, 3 Tage zuvor angekündigt, und nicht von Donnerstagbis Sonntag geführt, erlaubt wurde); auf ein unwichtiges Edict zur Verbesserungder Münzen im Reiche (während er selbst mit s. Bruder Schinderlingc schlug); auseine Beschränkung des Femgerichts auf rother Erde, das ihn selbst ein Mal vorzula-den sich erdreistet; auf einen Plan zur Aushebung der Reichshülfe, die in die großeund die kleine oder eilende getheilt wurde, aber bei der Kostenvertheilung auf die ein-zelnen Stande fast übergroße Schwierigkeiten fand; auf einen Plan zur Errichtungeines Reichskammcrgerichts, welches erst unter s. Sohne zu Stande kam (1495).Auch war der schwäbische Bund (1488), so heilsam er sich gegen die ungestümeAristokratie erwies, mehr ein Werk der allgemeinen Noth als s. Politik. Was manendlich u.d.N. der Reformation dieses Kaisers (1441) rühmt, war wol wenig mehrals ein entweder von den Städten, oder von einem Mann aus Friedrichs Umgebun-gen ausgegangener Entwurf zu einer lUsxn» OKarta Deutschlands, für die weltli-chen wie für die geistlichen Stände; und wenn auch treffliche Ideen, z. B. zu einemallgemeinen Nationalgesctzbuche Deutschlands, zur Entfernung des römischen Rech-tes und des geistlichen Standes vonBerathung weltlicher Sachen, zu Gleichförmig-keit der Münzen, Maße und Gewichte, zur Gestaltung des Handels und Gewerbes,sowie der Stceitkräfte der Nation rc., darin niedergelegt waren, so war das Ganzewahrscheinlich bloß Privatarbeit, und gewiß nie zur öffentlichen Sanction gekom-men. Ja seine Schlaffheit gab sogar dem schlauen Äneas Sylvius, der des Papstesnicht weniger als Friedrichs geheimer Secretair war, den leichten Sieg, in den trau-rigen wiener Concordaten (Febr. 1448) an NicolausV. Alles wieder aufzuopfernund alle Rechte hinzugeben, die das Concilium zu Basel, den Päpsten gegenüber,erstritten hatte. Auch die Kaiserkrone, die er mit der lombardischen zugleich 1452 zuRom sich holte, gab ihm weder höhere moralische Kraft noch vermehrte politischeSelbständigkeit. Selbst die erste Berührung seiner portug. Gemahlin, Eleonore,ließ er von astrologischen Bestimmungen abhängen. Nur im Aufstande zu Biterbozeigte er den persönlichen Muth, in die Rebellen mit dem Stock einzuhaucn. Dafürkaufte er allenfalls den Räubern Frieden ab, erneuerte s. Hause 1453 den erzher-zoglichen Titel, und pflegte s. Pflanzen, während die Türkennoth immer größerwurde. Ebenso wenig wagte er Etwas gegen Mailand, als dort, nach Erlöschen desMannsstammes der Visconti, der Usurpator Sforza sich behauptete. Wie unglück-lich und schwankend er in s. Politik nach Außen war, bezeugen s. Verhältnisse mitUngarn und mit Böhmen, und die Art, wie er sich, um die dem Hause Östreich ent-rissenen Krongüter wiederzuerlangen, in die Angelegenheiten der uneinigen Schwei-zercantone mischte, und wie er, selbst zu schwach, vom Reich verlassen, ein sremdesKriegsvolk aus Frankreich unter dessen Dauphin herbeirief, das 1444 bei St.-Jakoban der Bus, von der Schweizer Tapferkeit eines Andern belehrt, seine Waffen zumTheil gegen Deutschland und Östreich selbst wendete. Noch größere Gefahr drohteihm i» Deutschland selbst. In der pfälzischen Erbfolgesache (1449) verfeindete er