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4 (1830) F bis G
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, Friedrich III. (römischer Kaiser)

u. 1496) und seinen Sohn mit ihren Ländern fallende Linien (die albertinische undleopoldinische) regierten. Kaum mündig geworden, holte er, nach Fürstensitte jenerZeit, im gelobten Lande den heil. Grabes- und den Cypcrorden. Er übernahm 1485mit seinem unrichigcn Bruder Albrecht, dem Verschwender, die Regierung seinerLande, die freilich wenig mehr als 16,000 Mark eintrugen, und wurde Vormundfür seine Vettern Sicgmund von Tirol und Ladislav Posthumus von Niederöstreich,Ungarn und Böhmen. Friedfertig und Ruhe liebend, keusch und mäßig, der Astro-logie, Alchemie und Botanik besonders hold, nicht ohne Verstand und guten Willen,aber ohne Kraft, Beharrlichkeit und Strenge, völlig ohne sichern politischen Blick,hatte eben ihn das Schicksal ausersehen, in einer Zeit aufzutreten, welche an poli-tischen und religiösen Gährungen, an den folgereichsten Reibungen und Entwicke-lungen so fruchtbar war; wo sich in einer Menge Anzeigen unverkennbar eine neueOrdnung der Dinge ankündigte, welche zu begreifen und lebendig in sich aufzuneh-men, bei welcher kräftig mitzuwirken, Ehre und Pflicht gewesen wäre. Fiel doch indie Zeit seiner 58jährigen Regierung über Östreich und seiner 53 Herrscherjahre alsdeutscher König die Eroberung Konstantinopels durch die Türken; das durch griechi-sche Flüchtlinge und vermehrte Universitäten in Deutschland und Italien höher an-geregte Wiederaufleben der Wissenschaften; die Erfindung der Buchdruckerci; dassichtbare Ausbilden der westeuropäischen Staaten zu einem Staatensystem, das sichim Kampfe über Italien praktisch beurkundete; das verhängnißvolle Ende des Her-zogthums Burgund, der Anlaß 200jähr. Kriege; die durch die konstanzer und base-ler Kirchenschlüsse erschütterte päpstliche Macht; die großen Seeentdeckungen von derpyrenäischen Halbinsel aus; in Deutschland, das unter 1500 Herren sich theilte,selbst der letzte Kampf des Faustrechts mit dem tiefgefühlten Bedürfniß einer gesetz-mäßig innern Gestaltung! — Als er 1440 von den deutschen Fürsten einstimmigauf den deutschen Thron berufen wurde und nach dreimonatlichem Bedenken ihremWunsche nachgab, und sich dann 1442 krönen ließ (womit bis 1740 die ununterbro-chene Reihe deutscher Kaiser aus habsburgischem Mannsstamme beginnt), lag darinmehr als Eine Ausfoderung, in die großen Interessen seiner Zeit kräftig einzugreifen;aber die Geschichte hat fast mehr zu erzählen, waS unter ihm, als was durch ihn ge-schah. Unheimlich war ihm Alle-, was ihn aus seiner engen Sphäre riß, und esfehlte ihm vor Allem an einer tüchtigen Gesinnung für Deutschland. Freilich ist inDeutschlands und seiner eignen Lage manche Entschuldigung für ihn bereit. An-fangs bei kleiner und noch getheilter Hausmacht, mit seinem eignen Bruder undübermächtigen Nachbarcn, wie Böhmen und Ungarn, in offenem Streite, gab dieKaiserwürde allein wenig Stärke, wo fast 1500 Reichsstände die Kaisersmacht, vonfast gar keinen Krongütern mehr unterstützt, zum Schattenbilde herabgewürdigt,durch Zwietracht und Gesetzlosigkeit allen Reichsbeschlüssen getrotzt, und alle Reichs-tage durch Zaudern u. Verschieben unnütz oder nur darin fruchtbar gemacht hatten,daß immer einer den andern nöthig machte. „Wiewol", sagte damals Äneas Syl-vias (PiuS II., Piccolomini), „Ihr den Kaiser für Euer» Herrn und König aner-kennt, so ist sein Ansehen nur ein bildhaftes; Ihr gehorcht ihm nur, wenn es Euchgefällt, und es gefällt Euch selten. Ihr wollt unabhängig sein, und weder Fürstennoch Stände geben dem Kaiser, was des Kaisers ist. Er hat keinen Schatz, kein Ein-kommen. Daraus entspringt denn, daß Ihr immer in endlose Kriege verwickelt undallen Übeln einer getheilten Macht ausgesetzt seid". Gleich im Anfange seiner Re-gierung kam Friedrich in einen Krieg mit seinem Bruder Albrecht, derinVorder-Lstreich regierte, und in Gefahr, sein ganze« Erbland zu verlieren. Für 70,000 Kro-nen erkaufte er die Räumung seiner Länder. Als sein Mündel Ladislav, zu dessenZurückgabe an seine Unterthanen in Niederöstreich, Böhmen und Ungarn er vonUlrich Eyzinger (1452) mit 16,000 Mann durch die Belagerung von Wiene-risch - Neustadt gezwungen wurde, nachdem eine frühere Belagerung (1446) durch