406 Friedrich III. (römischer Kaiser)
grasen v. Nürnberg; die Schlacht war verloren. Den hohen Gefangenen nahm so-fort das feste Schloß Trausnitz auf, bei Nabburg, im Thale an der Pfteimt. Herz.Leopold, schon auf dem Wege zu seinem Bruder, war schnell nach Schwaben zurück-gegangen, doch muthig auf seines Bruders Rettung bedacht. Fast 3 Jahre brachteFriedrich auf der Trausnitz in enger, aber anständiger Haft zu, und solche Lagedrückte schwer seinen sonst so lebensfreudigen Geist danieder. Er ließ Bart undHaupthaar wachsen, schnitzte Pfeile, die er nicht gegen seine Feinde brauchen konnte,deren einige noch heute übrig sind. Die edle Königin that umsonst Wallfahrten, fa-stete und kasteiet« sich und weinte sich um ihre Augen. Leopold aber, dem ein Ver-such, die Trausnitz zu ersteigen und Friedrich zu entführen, mißlungen war, suchteLudwig in Johann XXII. und im Hause Luxemburg und Böhmen mächtige Gegnerzu erregen, und wirklich suchte der Papst dem Könige Karl von Frankreich Deutsch-lands Krone zuzuwenden. Da gedachte, selbst geängstigt, Ludwig seines Gefange-nen, und hörte williger, wenn ihm der fromme Abt der Carthause Maurbach, Fried-richs Beichtvater, von Versöhnung mit seinem Herrn sprach. Ludwig eilte endlich(März 1325) nach Trausnitz und kündigte dem Gegenkönigc Freiheit an, nachdemdieser allem Anspruch auf das Reich entsagt, die Wahlurkunden und die besetztenLänder herauszugeben und mit seinem Bruder ihm gegen den Papst beizustchen sichverpflichtet hatte. Doch gelobte Friedrich mit einem Eide, sich wieder einzustellen,wenn die Bedingungen nicht zu erfüllen wären. Aber weder Leopold noch PapstJohann erkannten diese Bedingungen an, Friedrich wurde sogar von seinem Eideentbunden, und — zu groß zum angerathenen Wortbruch — stellte er sich zu Mün-chen wieder bei Ludwig als Gefangenen ein. Solche deutsche Treue rührte tief denKaiser Ludwig; er nahm ihn nur als Freund bei sich auf, aß und schliefmit ihm, undvertraute ihm, da er zu seinem Sohne nach Brandenburg eilen mußte, gegen Leopolddie Vertheidigung der bairischen Erblande an. Das konnte freilich der erstauntePapst mit seiner Politik nicht reimen. Endlich soll (die Baiern läugnen es) Ludwigseinem Freunde selbst die Mitregierung des Reiches angeboten haben (Sept. 1325),womit auch Leopold zufrieden war; aber die Kurfürsten und der Papst verwarfendiese Auskunft. Überdies starb auch Herzog Leopold, den Ludwig am meisten fürch-tete, und mit ihm Friedrichs Stütze; daher kam ein zweiter Vertrag (wenn die Ur-kunde wirklich echt ist), daß Ludwig Italien und die römische Krone nehmen, Fried-rich als römischer König in Deutschland herrschen sollte, nicht in Erfüllung. Nochein Mal sah (1327) Ludwig seinen Freund zu Jnspruck, wo dieser Hof hielt, aberman merkte bald, daß die alte Freundschaft lau geworden war; darum griff auchFriedrich nicht, nach Ludwigs Willen, zu dem Schwert, als sein eigner Bruder, Ottoder Fröhliche von Östreich, gegen ihn sich rüstete; er zog es vor, sich mit ihm schnellauszusöhnen. Es drängte ihn, der Welt zu entsagen. Auf dem einsamen Gutten-stein an der Piesting lebte er stemmen Betrachtungen und starb am 13. Jan. 1330.In der Carthause zu Maurbach, seiner Stiftung, wurde er begraben, nach derenAufhebung, 1783, seine Gebeine in dem Münster von St.-Stephan beigesetzt wur-den. Er hatte von seiner einnehmenden Gestalt den Beinamen des Schönen erhal-ten. In seinen Sitten, seiner Gesinnung, seiner Art war Nichts, was mit dieserBenennung im Widerspruch gestanden hätte. Er war ein liebenswürdiger und rit-terlicher Mann, aber keineswegs ausgezeichnet durch große Eigenschaften im Feldeoder im Rathe. Aber der reichere Geist und die unzerstörbarere Kraft war bei seinemglücklichern und doch so wenig glücklichen Gegner. 8r.
Friedrich, als römischer Kaiser III., als deutscher König IV., als Erzher-zog von Östreich V., Sohn Herzog Ernsts des Eisemen und der masovischen Cym-burgis, mit der forterbenden großen Lippe, geb. zu Jnspruck (21. Sept. 1415),wurde das Haupt der über Steiermark, Kärnthen und Krain herrschenden Linie,während in Tirol und Niederöstreich zwei andre, endlich auch an ihn (1458,1463