405
Friedrich III., der Schöne
belagerte Friedrich die Stadt. Auch mit der Krönung zu Aachen kam Ludwig ihmzuvor, während Friedrich zu Bonn auf einer Tonne im freien Felde die KönigskroneDeutschlands aufgesetzt bekam. Deutschland war von Neuem zerrissen, wie in denTagen des vierten Heinrichs, Philipps und des Schwaben Friedrich. Nur dasSchwert konnte jetzt entscheiden. Da schien Friedrich, durch seinen kriegerischenBruder, Leopold den Glorreichen, die Blume der Ritterschaft genannt, das grö-ßere Gewicht zu haben, während Ludwig seinen eignen Bruder Rudolf erst bezwin-gen mußte. Beide Gegner machten den Papst (der sich in der Folge zu dem oberstenVerweser des erledigten Reichs erklärte) mit ihrer Wahl bekannt, Beide suchtenihre Partei zu verstärken; allein wenn auch Herzog Leopold bei Speier und Augs-burg mit seines Bruders Gegner hart genug zusammentraf, wenn bei Eßlingenfast in den Fluten des Neckars hartnäckig gekämpst wurde, so führte es keine Ent-scheidung herbei. Friedrichs Kriegsmacht, durch drückende Kriegssteuer in Ostreichunterhalten, durch den Zug gegen den Grafen v. Trentschin getheilt, durch seinesBruders unglückliche Schlacht gegen die Schweizer bei Morgarten (15. Nov.1315) geschwächt, konnte sich fast nur, sowie die Ludwigs, auf den kleinen Kriegeinlassen. Friedrichs glänzendes Beilager zu Basel mit Elisabeth von Aragonien,die alle Reize der Schönheit, Dichtung und Liebe verherrlichten, gab ihm nur eineGefährtin für seine Leiden, die ihr zahllose Thränen, und dadurch das Licht der Au-gen kosteten, und sie wenige Monate später dem Gemahl in die Gruft nachfolgenließen. Auch ein in diese Zeit fallender Bund der böhmischen Herren, die Lipa ander Spitze, 1317, mit Friedrich, um einen seiner Brüder an König Johanns Stellezu setzen, und seine Verbindungen, in Italien angeknüpft, vermochten ihm eindauerndes Übergewicht noch keineswegs zu sichern, so lange nicht eine Hauptschlachtzwischen beiden Gegnern günstig für ihn ausfiele. Zwar wurde Baiern 1320 vonFriedrich und Leopold schrecklich verwüstet, und Ludwig, auf seine festen Orte be-schränkt, durch diese Noth und durch den sonderbaren Unfall bei Mühldorf auf denHöhen, 1319, mit dem Gedanken selbst nach und nach vertraut, dem Reiche gänz-lich zu entsagen. Allein sein Anhang richtete seinen alten Muth durch neue zahlrei-chere Unterstützung wieder auf, und mit dieser ging er seinem von Salzburg heran-ziehenden Gegner entgegen. So kam es, fast in derselben Gegend, wo 478 I. späterdie Schlacht bei Hohenlinden vorfiel, zwischen Mühldorf u. Ampsing zur Schlacht.Ludwigs Heer war das geringere, und Friedrich erwartete noch seinen mit Truppenaus Schwaben herbeieilenden Bruder Leopold, und sandte Eilboten ihm entgegen,die aber von den sürstenfelder Mönchen aufgehalten wurden. Ludwig zögerte, gleich-falls noch auf Verstärkung hoffend. Friedrich, ohne Kunde von Leopold, beschloß,gegen den Rath der Sterndeuter und der KriegSkundigen, den Angriff (28. Sept-1322). In vergoldeter Rüstung, königl. geschmückt, stand er in des Heeres Mitte,wo Dietrich v. Pilichdorf das Banner Östreichs hielt. Ihm rechts stand sein BruderHeinrich. Ludwig hatte dem unansehnlichen, aber kriegerfahrensten Ritter seinerZeit, Seifried Schweppermann, aus der Oberpfalz, den Oberbefehl anvertraut, undmit ihm fochten Joh. v. Böhmen und Heinrich v. Niederbaiem. Burggraf Fried-rich v. Nürnberg blieb jenseits des Jsen, den Ludwig überschritt, mit seinen Reiternim Hinterhalt. Zehn Stunden wurde mit Heldenkraft gestritten, schon lag KönigJohann unter Pilichdorfer's Rosse, und seine Böhmen waren von den Ungarn hartbedrängt, schon schwankte Ludwigs Heer, als Schweppermann den Burggrafen mitseinen Scharen verbrechen ließ. Seine östreichischen Farben täuschten Friedrich, derihn für Leopold hielt; sein ungestümer Angriff enttäuschte sie schrecklich und entschiedfür Ludwig. Schon war die Flucht der Ostreicher allgemein, schon ihr Bannermit Herzog Heinrich selbst in der Feinde Händen, als immer noch Friedrich tapferkämpfte. Albrecht Rindsmaul, Schwager Schweppermann's, Pfleger von Neu-stadt, setzte ihm hart zu; des Königs Roß stürzte: da ergab sich Friedrich dem Burg-