404 Friedrich III., der Schöne
und Ezzellno sich zu seinen Feinden schlagen. Seine eigne Gesundheit wankte; erwollte im Frieden sterben. Aber Znnocenz verwarf die annehmlichsten Bedingungender Versöhnung. Noch ein Mal ermannte sich Friedrich, siegte in der Lombardei, !und würde vielleicht über den in der allgemeinen Achtung immer mehr sinkenden, so- !
wie in seiner politischen Stellung immer unsicherem Znnocenz bald gesiegt haben, !
wenn ihn nicht selbst, am 13. Dec. 1250, zu Fiorentino der Tod in den Armen sei-nes natürlichen Sohnes Manfred überrascht hätte. Er sollte Europa den hellen Tagder Vernunft noch nicht herausführen, welchen es schwerlich schon ertragen hätte;aber sein Kampf für das Licht bleibt immer welthistorisch, und wenn auch noch einJahrhundert politischer und geistiger Barbarei folgte, in welchem das edle Ge-schlecht der Hohenstaufen b'utig unterging, so zeigte sich doch schon an dem ihmähnlichen Ludwig dem Baier, daß Friedrichs Beispiel kein verlorenes war, und daßeine große Idee, wenn sie einmal ins Leben getreten ist, so leicht dem Leben nichtwieder entzogen werden kann. S. des Gen. von Funk „Geschichte Kaiser Fried-richs H." (Züllichau 1791), Fr. v. Raumer's „Gesch. der Hohenstaufen", Bd.3u. 4, und „König Enzius" von E. Münch (Ludwigsburg 1828).
Friedrich III., der Schöne, Erzherzog von Östreich und GegenkönigLudwigs des Baiern, geb. 1286, Sohn der Elisabeth, Erbtochter Meinhards III.von Kärnthen und des Herzogs (seit 1298 deutscher König) Albrecht I. Nachdemsein älterer Bruder, Rudolf der Sanftmüthige, 1307 gestorben, und sein Vateram 1. Mai 1308 von Johann von Schwaben ermordet worden war, übernahmer, als der älteste noch lebende Sohn, die Regierung des Herzogthums für sich undseine jünger» Brüder. Wie er dort die Räuber ausgerottet, wie er mit seinemVetter, Herzog Ludwig von Baiern, gleichfalls einem Enkel des großen Rudolf vonHabsburg, nur mütterlicher Seits, wegen der vom Landesadel ihm übertragenenVormundschaft über die niederbairischen Herzoge gerechtet, aber 1313 bei Gamels-dorf geschlagen worden, tritt in den Hintergrund der Geschichte, als er nach seinesVaters und Großvaters Kaiserkrone zu streben begann. Die schon bei seines Va-ters Tode, 1308, auf die Krone gemachte Rechnung zerriß die Wahl Heinrichs VII.von Luxemburg. Als dieser aber plötzlich zu Buonconvrnto in Italien verstorben,machte er ernstlichere Anstalten. Schnell söhnte er sich zu Ranshoven und Salzburgmit Ludwig aus, entsagte der Vormundschaft über Niederbaicrn und gewann dasHerz des werthen Jugendfreundes zurück. Wie einst in den Tagen harmloserKindheit zu Wien, wachten und schliefen sie zusammen. Hier versprach in trauli-cher Stunde Ludwig, die deutsche Krone auf keinen Fall anzunehmen, ja seinemFreunde allen Borschub dabei zu leisten. So wies er wirklich eine Botschaft der zuFrankfurt versammelten Fürsten, die ihm die Krone boten, an seinen Friedrich, underst nach langer Unterhandlung erklärte er sich zur Annahme bereit. Sonderbarer-weise waren damals, außer den 3 geistlichen, alle weltlichen Kurstimmen getheilt,indem Ludwigs eigner Bruder, Rudolf, für Friedrich stimmte, von den 2 sächsi-schen Linien die wittmberger für Friedrich, und die lauenburger für Ludwigsprach. So maßte sich auch, dem Böhmenkönige Johann gegenüber, der für seinBöhmen zitterte und darum aus Östreichs Kosten Ludwig erhoben wünschte, Hein-rich von Kärnthen die böhmische Krone und Stimme an, und sprach für Friedrich.
Nur die brandcnburger Stimme, zwischen den Brüdem Waldemar und Heinrichgetheilt, war für Ludwig einig, der auch Mainz und Trier zu seinen Wählernzählte, während Friedrich nur von Köln begünstigt war. Am 19. Oct. 1314 tra-fen beide Parteien zahlreich bei Frankfurt, die östreichische in Sachsenhausen, diebairische oder luxemburgische auf dem alten Wahlfelde jenseits des Mains ein.Keine schloß sich an die andre an, jede wählte ihrenCandidaten. AbernurLudwigden Baier ließ Frankfurt ein, und auf dem hohen Altar der Kirche St.-Bartholo- !
maus wurde der Neugcwählte seinem Anhange und dem Volke gezeigt. Umsonst !