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Friedrich II., der Hohenstaufe
Städte; aber Gregors Grimm wuchs, zumal da noch der Kaiser seinen natürlichenSohn Enzio (Lntio) zum König von Sardinien ernannte und sich zur Unterwer-fung des Restes der Lombardei rüstete. Am Palmsonntage 1239 sprach er denBann von Neuem gegen Friedrich aus. Doch führte dieser seinen Krieg fort, littaber durch geheime Verratherei Ezzclino's, die er, argwohnfrei, nicht ahnete, man-chen Nachtheil. Um den Krieg von Grund aus zu beenden, wendete er sich nunplötzlich gegen den Papst selbst (1240), drang durch Spolcto in den Kirchenstaat,eroberte Ravcnna und ließ den Papst in seiner Hauptstadt zittern; Nom würdeseine leichte Beute geworden sein, hätte er den letzten Rest von Aberglauben in sei-ner Brust besiegen können. Hier und in den Edictcn gegen die Ketzer sah man dieBande, die den großen Friedrich noch an seine Zeit gefesselt hielten. Auch kannteer Gregor nicht, wenn er ihn zum Frieden zwingen zu können meinte. Er wollte seineSache ohne den letzten Schwertstreich lieber auf einer Versammlung von Kirchcn-vätern vermittelt sehen, fand aber bald, daß nur seine entschiedensten Feinde dazueingeladen wurden, und mahnte nun alle Prälaten von der Reise nach Rom ab, jaer ließ endlich, da alle Warnung nichts fruchtete, seinen Sohn Enzio die genuesischeFlotte angreifen und vernichten, und über 100 auf derselben nach Rom eingeschifftePrälaten nach Neapel als Gefangene bringen. Dieser Schlag streckte endlich denunbezwinglichcn Gregor (21. Aug. 1241) aufsTodtenbctt; aber er entriß noch durchs. Tod dem Kaiser den fast gewissen Sieg. Über diesen Unternehmungen hatte freilichFriedrich die nach Deutschland vordringenden Mongolen nicht selbst bekämpfen kön-nen, doch kehrten sie nach ihrem Siege auf der Wahlstatt (1241), und bei Olmützgeschlagen, wieder um. Nach der ephemeren Erscheinung CölestinsIV. und lan-gem Interregnum erzwäng Friedrich endlich eine Wahl; aber Sigibald Fiesco,als Cardinal sein Freund, wurde als Jnnoccnz IV. der furchtbarste seiner Geg-ner. Die Kirche war sein eignes Selbst geworden, und die kälteste Entschlos-senheit leitete ihn. Er bestätigte Gregors Bann und entfloh plötzlich aus Ita-lien, wo ihm des Kaisers Nähe zu gefährlich schien, nach Lyon (1244). Fried-rich hatte jetzt nur die Wahl, entweder als Verbrecher vor dem Richtcrstuhl einesPriesters zu erscheinen oder den ungeheuern Kampf mit dem Aberglauben desJahrhunderts zu beginnen. Der Papst erneuerte den Bann und berief ein allge-meines Concilium nach Lyon. Vor diesem führte Thaddäus v. Suessa, des Kai-sers Kanzler, dessen Sache mit schlagender Beredtsamkeit und Wahrheit, und wi-derlegte die boshaftesten wie die abgeschmacktesten Beschuldigungen. Umsonst ließsich Friedrich, der Ketzerei beschuldigt, von einigen Geistlichen im Glauben prüfen;so religiös und rein ihn auch diese fanden: er war schuldig, weil er es sein sollte.Der heilige Vater sprach den schrecklichsten Fluch, die Priester schwiegen, löschtenihre Kerzen und warfen sie zu Boden. Doch nicht bloß durch die aufgesetzte Kronezeigte Friedrich, daß er noch Kaiser sei; fürstlich rechtfertigte er sich vor EurovasFürsten, und während Jnnocenz an des Landgrafen Heinrich von Thüringen Wahlzum deutschen König arbeitete, focht er siegreich gegen die Lombarden, vereitelteeine Verschwörung an seinem Hofe, und verlor selbst den Muth nicht, als seinSohn Konrad von jenem Gegenkönig Heinrich geschlagen wurde. Bald siegteKonrad wieder, und Heinrich starb 1247. Die tiefste Wunde schlug Petrus de Vi-ncis dem Menschen Friedrich. Petrus hatte längst in seiner Treue gewankt, jetztwähnte er sich entdeckt und suchte Friedrich zu vergiften. Friedrich, tiefgebeugt,ließ ihn blenden und ins Gefängniß werfen. Dort tödtrte sich der Unglücklicheselbst. Friedrich wurde fortan mißtrauisch gegen seine Freunde, verlor Parmadurch Empörung, und in einer davor angelegten Lagcrstadt, Vittoria, eine ent-scheidende Schlacht, mit ihr sein Heer, seinen Schatz und seinen Freund Thaddäusvon Suessa, bekam in Deutschland an dem eiteln Wilhelm von Holland einen Ge-genkönig, sah seinen Sohn Enzio in die Hände der erbitterten Bologneser fallen,
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