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Friedrich II., der Hohenstaufe
Armen empfangen. Schwaben erkannte ihn als seinen geborenen Herzog an. Dertapfere, aber stolze Otto hatte Manchen sich verfeindet; ein unglücklicher und unklu-ger Feldzug gegen Frankreich brach seine Macht; Friedrich wurde, nachdem er sichzu einem Areuzzuge verpflichtet hatte, 1215 zu Aachen gekrönt, und der bei BouvineS1214 besiegte Otto starb 1218 halb vergessen in seinen alt-sächsischen Erblanden.Der Besitz der deutschen und sicilianischen Kronen gab Friedrich II. die Hoffnung,sich des ganzen Italiens mit der Zeit bemächtigen, die Lombardei bezwingen undden geistlichen Universalmonarchen zur Würde des ersten Bischofs der ChristenheitHerabdrücken zu können. Aber er verrechnete sich in seiner Zeit, die seiner Ansicht undAufklärung noch lange nicht gewachsen war, und Vorurtheile, die er besiegt, nochnährte. Wenn er auch seiner Unternehmung nicht unterlag, so hätte er doch 2Menschenaltcr leben müssen, um sie zum Ziele zu führen. Groß, wie der Planselbst, war auch seine Besonnenheit, ihn nur langsam vorzubereiten. Er ließ dem-nach 1220 seinen ältesten Sohn Heinrich zum römischen König wählen, und begü-tigte den darüber aufgebrachten neuen Papst Honorlll. (seit 1216) mit der Ent-schuldigung, daß diese Maßregel zum bevorstehenden Kreuzzug unerläßlich gewesensei, auch wolle er Sicilien nie mit dem Reiche vereinigen. Hieraufging er, unbe-kümmert um die von den Mailändern verweigerte eiserne Krone, nach Rom, erhielt(1220) die Kaiscrkrönung und eilte seinen Erblanden als glorreich gekrönter Kaiserzu, die er fast als Flüchtling verlassen hatte. Dort galt es, den Kreuzzug zuzurüstm,vorher aber die innern Verwirrungen des Landes auszugleichen. Allein das Übel lagzu tief in der ganzen Verfassung, hing selbst zu sehr mit den päpstlichen Vorrechtenim Lande zusammen, als daß nichtHonoriuS gleich sehr darüber wie über den verzö-gerten Kreuzzug hätte murren sollen. Doch ging Friedrich auch gern in des edelnDeutschordensmeisters Hermann v. Salza Vorschlag ein, sich mit Jolanta, Tochterdes Titularkönigs von Jerusalem, Johann v. Brienne, zu vermählen und seinesSchwiegervaters Titel anzunehmen. Selbst der Papst gestand nun Aufschub zu,der Friedrichs Erblanden herrliche Früchte brachte. So unduldsam dieser gegen Ketzerim Reiche sein mußte, so schwere Edikte er gegen sie verhängte, deren Kinder, wennsie nicht etwa ihre Ältern anzeigten, er sogar bis Ins zweite Geschlecht aller Ämterund Ehren für unfähig erklärte, so schonend versetzte er, mit freier Glaubensübung,seine Araber von Sicilien nach Unteritalien und schuf sie zu seinen nützlichsten undtrcuesten Unterthanen um. Sein neues Gesetzbuch, bestimmt, nicht bloß Kircheund Staat auszugleichen, nicht bloß Adel, Geistlichkeit, Bürger und Bauer zu ver-söhnen, sollte für so verschiedene Völkerstämme, wie Römer, Griechen, Deutsche,Araber, Normannen, Juden und Franzosen, passen, und doch das Bestehende soviel als möglich schonen. In diesem Ginne arbeitete sein Kanzler Petrus de Bineis,der noch als Student zu Bologna gebettelt hatte, bis 1231 den neuen Codex aus, einMeisterstück, wenn man die Schwierigkeit der Aufgabe erwägt. Doch was vermagdie beste Gesetzgebung, wenn nicht der Unterthan zu ihr herausgebildet wird?Darum gründete Friedrich im Paradies der alten Welt, in seinem Neapel, außerder grau «orte, 1224 auch eine Landesuniversität mit einer Sorgfalt, die vielespätere Institutionen gleicher Art weit hinter sich zurückläßt. Für Arzneikundeblühte die hochberühmte Schule zu Salerno fort. Nicht minder glänzten die schö-nen Redekünste an Friedrichs Hofe wie in Deutschland, und Friedrich selbst kannmit zu den Erfindern der verfeinerten toscanischen Dichtkunst gerechnet werden; diebildende Kunst fand unter Friedrichs Macenat einen Nicola, Masuccio und To-maso da Stephan,, sowie die Kunstsammlungen zu Capua und Neapel, selbst durchNachgrabungen bei Augusta in Sicilien vermehrt, entstanden. Vor dem für 1227anberaumten Kreuzzuge wollte Friedrich auf einem allgemeinen Reichstage zu Cre-mona die Gesinnungen der Lombarden kennen lernen und sich zu deren König krö-nen lassen. Doch dies verweigerten die Mailänder, erneuerten schnell ihren altenEonv. - Sex. Diebente Aufl. Bd> IV. s 26