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Friedrich I., der Rothbart
Jugend Veranlassung zu dem ersten hebräischen Journale: „Der Sammler". Erstudirte in seiner Vaterstadt unter Kant, Krause, Schulz, Hagen rc., seit 1787in Berlin, Göttingen und Halle, wo er 1791 die Doctorwürde bekam. Er machtedann 3 Jahre lang eine Reise durch Holland, England, Deutschland, Italien unddie Schweiz, um die Hospitäler zu sehen. In der „Berliner Monatsschrift" undandern Journalen theilte er wissenschaftliche Nachrichten mit. 1799 war er einerder Ersten, der Schutzpockcnimpsstoff nach Berlin verpflanzte. Seit 1800 lebte erin Paris, wo er mit dem Pros. Pfaff „Französische Annalen für die allgemeine >Naturgeschichte, Physik, Chemie" (Hamburg und Leipzig 1803) herausgab.Dieses Journal machte auf Frankreichs Schätze aufmerksam und enthielt wichtigeBriefe, eine historische Skizze der öffentlichen Erziehung und einen Entwurf der Ar-men-und besonders der pariser Armenanstalten, woraus Frank u. a. NachfolgerManches schöpfen konnten. Die pariser Medicin. Zeitschriften bekamen durch ihnAuszüge und Nachrichten von den vorzüglichsten Männern und Werken Deutsch-lands, sowie er für Hufeland's und a. medicinische Journale das Wichtigste ausFrankreich sammelte. Er lieferte auch Beiträge zu dem „lournsl <Ie I'ellucstionpar kuirot" und gab 1815 sein Werk „Oo i'elluvktivu pk/siguo äe I'Iiommo" >heraus (übers., Leipzig 1819). Das „viotionnaire <les Zeionves »le'dicale»" !enthält mehre Artikel von ihm, u. a. Nortklitä, Ivresee, Ststistigue Mvilivnle,die er mit besonderer Sorgfalt ausgearbeitet hat. Er starb zu Paris im April1824 und hinterließ eine Geschichte der Armenanstalten und der Gefängnisse in IDeutschland.
Friedrich I., der Rothbart, Sohn Herzog Friedrichs von Schwa-ben, und seit 1147 Herzog von Schwaben, geb. 1121, erhielt nach dem TodeKaiser Konrads III, seines Oheims, 1152 die kaiserliche Krone. Er war der zweitedeutsche Kaiser aus dem Hause der Hohenstaufen und einer der mächtigsten undeinsichtsvollsten Herrscher Deutschlands. Er bekriegte mit Glück den polnischenKönig Boleslav 1157, und erhob Böhmen zu einem Königreiche. Sein Haupt-augenmerk war auf Italien gerichtet, um seine Macht daselbst zu erweitern und zubefestigen. Er mußte dahin 6 Züge unternehmen, um die aufrührerischen Städteder Lombardei, die durch Handel und Kunstfleiß reich und mächtig, aber auch frei-heitsstolz geworden waren, zu züchtigen. Die Stadt Mailand besonders hatteseinen Befehlen sich widersetzt und sich verschiedene Städte unterworfen. Der Kai- .ser zwang st« nach einer hartnäckigen Gegenwehr (1158) zur Übergabe. Als sie zum ,zweiten Male sich gegen ihn empörte, wurde sie (1162) wieder erobert, und, mit lAusnahme der Kirchen und Klöster, auch einiger Vorstädte und eines dem KaiserOtto zu Ehren erbauten Throns, zerstört. Brescia und Piacenza mußten ihre fe- !sten Mauern niederreißen, die übrigen Städte, die an den Unruhen Theil genom-men hatten, verloren ihre Rechte und Freiheiten. Aber Papst Alexander III., dersich nach Frankreich hatte flüchten müssen, sprach 1168 den Bann wider den Kai-ser aus. Die Städte der Lombardei schlössen einen republikanischen Bund; dieMailänder bauten ihre Stadt wieder aufund erfochten 1176 bei Cremona (Legnano)einen Sieg über das kaiscrl. Heer, der den Waffenstillstand zu Venedig zwischendem Kaiser, dem Papst Alexander IH. und den lombardischen Städten (1177) und !den konstanzer Frieden 1183 zur Folge hatte. Die Städte behielten ihre selbstän-dige Verwaltung und erkannten die kaiserliche Hoheit an. In Deutschland hatteFriedrich Lübeck und Regensburg zu Reichsstädten (vgl. d.) erklärt und dadurchden Grund zu einem Mittelstände zwischen dem Kaiser und den deutschen Fürstengelegt, wodurch die kaiserl. Macht vergrößert und der Bürgerstand gehoben werdenkonnte. Durch die Trennung der Herzogthümer Baiern und Sachsen (1180), welcheHeinrich der Löwe zusammen besessen, wurde Friedrich zwar ebenfalls mächtiger; !allein die beiden schon unter (.Vorgänger entstandenen Parteien der Welsen und