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4 (1830) F bis G
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392 Friedensgerichte

gadier und commandirte die Reiterei der Armee des Generals Blake. Die Fran-zosen auf allen Punkten unablässig neckend, verfolgte er die Division Godincau vonGibraltar bis an die Thore von Sevilla und fügte ihr so vielfältigen Schaden zu,daß der Befehlshaber, um Bonaparte's Zorne zu entgehen, sich erschoß. F. wurdeMarschall de Campo, übernahm 1811 das Commando über daS dritte Armeccorpsund verdrängte die Franzosen aus dem Königreiche Granada. Muth und Klug-heit zeigte er insbesondere in der Schlacht von Ocanna. Den 30. und 31. Aug.1813 trug er durch seine Manoeuvres viel zur Wegnahme von San-Sebastian bei.

Er wurde Eenerallieutenant und erhielt 1813 das Großkreuz des Militairordcnsvom heil. Ferdinand. Nach der Entlassung des Generals Ballesteros wurde ihmdas Kriegsministerium angeboten, allein er schlug es aus. Als bei dem Aufstandevon 1820 der König einen zuverlässigen und tapfern Feldherrn bedurfte, siel dieWahl auf ihn. Er erließ von Sevilla aus unterm 14. Zan. einen Ausruf an seineTruppen. Aber es war schwer, Truppen gegen Truppen zu führen, welche vorwenig Tagen noch die gleichen Lagerstellen getheilt hatten. Er schien durch Unter-Handlungen gewinnen zu wollen, was er mit Gewalt erreichen zu können bezweifelte. !!

Seine Maßregeln hätte der erwünschte Erfolg gekrönt, wenn nicht in Galizien und ;

a. O. Empörungen ausgebrochen wären. Nachdem er im Monat Februar die In- ^

sel Leon von der Landseite eingeschlossen und den General Riego in die Gebirge von i

Ronda hatte verfolgen lassen, erschienen am 7. März Abgeordnete bei ihm in Puer- j

to-Santa-Maria, die auf Andringen vieler See- und Artillerieofsiciere in Cadix l

die Verkündigung der Eonstitution begehrten. Am 9. kam F. selbst nach Cadix, j

und durch den dortigen Stand der Dinge, wie durch den Anzug des Generals Gra- i

fen von Abisbal gedrängt, versprach er, daß des andem Tages die Eonstitution pro- !

clamirt werden sollte. Er halte, so schrieb er an den König, diese Neuerung fürnöthig, um einem Bürgerkriege vorzubeugen, um so mehr, als Graf Abisbal imAnzüge sei, der auf die Besatzung von Cadix großen Einfluß habe. Als er aber amandern Tage nach Cadix kam, um der Feierlichkeit beizuwohnen, hatte jenes Blut- !bad statt, über dessen Veranlassung noch ein Schleier liegt. Kaum war die Ord-nung hergestellt, so kamen die Ofsiciere der Besatzung zu ihm und verlangten dieVerhaftung der Artillerieofsiciere, deren politische Gesinnungen verdächtig waren.

F. erfüllte ihr Gesuch, weil er dies für das einzige Mittel hielt, die Personen derLetzter» in Sicherheit zu bringen. Auch ließ er die Bataillons, welche jenes Blut-bad angerichtet, aus Cadix abziehen. Am 14. erhielt er endlich die königl. Decrctevom 7. März, worauf die Eonstitution in Cadix verkündigt und beschworen wurde.Einige Tage später ward ihm der Oberbefehl genommen, und er selbst verhaftet,weil man ihn für den Urheber des cadixer Blutbades erklärte. (Vgl. „vestmsw <IeIkeneral I). Uavuol krez-re", Madrid 1820.)

Friedensgerichte, l. Wie tief das Institut der Friedensrichter in dasganze öffentliche Leben der Engländer eingreift und wie wohlthätig dasselbe ebenso- >wol für die öffentliche Ordnung als für die gesetzliche Freiheit des Volks wirkt, sagtder Art. England. Sein Hauptcharakter besteht darin, daß eine große Zahl vonBeamten durch das ganze Land vertheilt ist, welche zwar von dem Könige, abervermöge der besondern Verhältnisse auf eine solche Weise angestellt werden, daß kei-ner von ihnen in Versuchung ist, die öffentliche Gewalt zu mißbrauchen oder überdie verfassungsmäßiqen Schranken auszudehnen. Es ist ein durchaus freiwilligerDienst, weil es ein Ehrenpunkt ist, sich in die allgemeine Friedenscommission, dasfriedensrichterlichc Patent, der Grafschaft aufnehmen zu lassen, zur wirklichenÜbernahme des Amtes aber Niemand verpflichtet ist, und daher nur Diejenigen,welche einen Beruf dazu mit der nöthigen äußern Unabhängigkeit (denn es ist zu-gleich ohne Besoldung) verbinden. Ist man in einem Bezirke mit den Friedensrich-tern unzufrieden, so wird leicht ein andrer dazu vermocht, diesen Dienst gleichfalls