Fanatismus
auf mancherlei Art zusammenfaltet, und die mit einem farbigen Staube bedecktsind. Im gemeinen Leben: Schmetterling, Sommcrvogel.
Fama, nach Einigen die Göttin des Ruhms, oder richtiger, des Rufes,des Gerüchts. Sie war die jüngste Tochter der Erde, welche sich durch Her-vorbringung derselben an den Göttern wegen der Ermordung ihrer Söhne,der Giganten, rächte. Die geschwätzige Fama macht die Thaten der Götterbekannt, sowie sie die Sagen unter den Menschen verbreitet. Sie wird mitFlügeln vorgestellt; ferner schreibt man ihr ebenso viel Augen, Ohren undZungen als Federn zu, erzählt, daß sie des Nachts die Welt durchstiegeund des Tages von hohen Thürmen, und Dächern herabschaue, daß sie an-fangs klein sei, allein im Fortgang imme wachse rc. Dichtungen des Mr-gel und Ovid.
Fanal, 1) jedes Feuer, welches auf hohen Thürmen, Bergen w.,wol auch am Eingänge eines Hafens oder an den Küsten des Nachts un-terhalten wird, damit es als Signal diene; 2) ein Leuchtthurm für dieSeefahrer, ein Pharus; 3) bei den Schiffen eine große Laterne am Hin-tertheile des Schiffes oder am Mastkorbe; 4) bei der Artillerie die Lärm-
stange.
Fanariotcn, die Bewohner des Griechenquartiers Fanal in Kon-stantinopel; insbesondere die daselbst wohnhaften cdeln griechischen Familiender Maurocordatos, Morusi, Vpstlantis, Kalimachi, Suzzo, Karadja,Hantecherli und Mavrogeni, aus den Zeiten der byzantinischen Kaiser. DieFrau eines solchen Fürsten hieß Domna, die Tochter Domnizza. Aus ih-rer Mitte wurden die Dolmetscher der Pforte genommen; von 173t —1822 wählte die Pforte aus ihnen auch die Hospodare der Moldau undWalachei. Bis 1669 bediente sich die Pforte zu Dragomans nur der Ju-den und Renegaten. Damals wurde von Mohammed IV. zum ersten Malein Grieche, Panayotoki, zum Großdolmetscher gebraucht. Bald stieg dieMacht der einflußreichen Fanariotcn so sehr, daß nach dem grausamen Todedes letzten Hospodars der Walachei aus den Eingeborenen, Bassaraba Bran-careo 1731, ein Maurokordatos Hospodar wurde. In den letzten Zeiten(vor 1822) beschränkte Halct Effendi's Einfluß diese Wahl auf die Fami-lien Morusi, Kalimachi und Suzzo. Ein griechischer Arzt (in MarseillesMarco Zallony, früher erster Leibarzt des Großwestrs Jussuf Pascha, dannin Bukarescht bei den letzten griechischen Hospodars, entwickelt in s. „blssa!sur les Vaosriotes" (Marseille 1824) die Umtriebe dieser fanariotischenEmporkömmlinge, ihre Erpressungen, worein sie sich mit den Bojaren theil-ten, die Bestechungen und Ränke, wodurch sie sich so lange in jenen Für-stenthümern behaupteten, indem sie die unwissenden Türken zu ihren eigen-nützigen Absichten mißbrauchten. Auf den Aufstand der Griechen 1821 hat-ten die Fanariotcn keinen, oder nur einen verderblichen Einfluß. Auch Hr.v. Hammer hat in seinem Werke „Über Konstantinopel und den Bosporos"die Ausartung der Fanarioten erwähnt. Doch urtheilt Walsh (Kaplan derbritischen Gesandtschaft in Konstantinopel) über sie günstiger. 20.
Fanatismus oder Fanaticismus, die durch religiöse Meinun-gen entzündete Schwärmerei Derer, welche bei dem Urtheile über Gott unddie göttlichen Dinge nicht der Vernunft und der Schrift, sondern Einbil-dungen und Gefühlen folgen, und von denselben bis zum wüthenden undverfolgenden Religionseifer, welchen man vorzüglich Fanatismus nennt, fort-gerissen werden. Zuweilen werden jedoch die Worte Fanatismus, Fanatikerund fanatisch auch von andern Schwärmereien und Schwärmern gebraucht,welche sich lebhaft und stürmisch äußern, z. B. von politischen. E- kann
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