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4 (1830) F bis G
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Falkiren Fall der Körper

gcls dienenden Hunde, sich einstellen mußte. In Frankreich stand die Falk-nerei unter Franz I. im höchsten Glänze, obgleich der König, der Vater derJägerei genannt, die Jagd mt Hunden vorzog. Die Falknereianstalten stan-den unter dem Befehl eines Obersalkenmeisters, der 4000 Livres Gehaltbezog, 15 Edelleute, 50 Falkcnmeister unter sich hatte, über ZOO Beizvögelgebot, das Recht genoß, überall im ganzen Königreiche nach Belieben zu ja-gen, und von allen Bogelhändlern, die ohne feine Erlaubniß nicht einen ein-zigen Vogel verkaufen durften, eine Abgabe erhielt. Die Falknerei, die jähr-lich gegen 40,000 Livres kostete, folgte dem König überall, wie die Jägerei.Ein Edelmann, der sich durch seine Geschicklichkeit in der Falknerei bei Hofeempfahl, wurde von dem Könige mit so viel Gnade überhäuft, daß er inglänzende Umstände kam und 60 Pferde für seine eigne Falkenjagd unter-halten konnte. Die alte Eifersucht zwischen Jägern und Falknern zeigte sichauch in dem Gebrauche, daß am Feste der Krcuzersindung im Mai, wo dieVögel sich mausern, die Jäger, alle grün gekleidet, mit Trompeten undSpießgerten kamen, um die Falkner aus dem Hofe zu jagen und die Hirsch-jagd zu beginnen, wogegen die Falkner im Winter, wo die Hirsche nichtmehr zur Jagd taugten, wieder die Jäger austrieben und die Hunde ein-sperren ließen. Die Falkenjagd blieb bis ins 17. Jahrh, in Ansehen undkam erst nach der Erfindung des Schrotes in Verfall. In neuem Zeitenhat man in England, wo die Falknerei gleichfalls sehr beliebt war, wiederangefangen, sich mit der Beize zu belustigen, doch kann sie hier, wegen derallgemein eingeführten Einfriedigung der Felder, noch weniger alS anderswoin Ausnahme kommen. Unter den morgenländischen Völkern verstehen sichvorzüglich die Perser sehr gut auf die Ablichtung der Beizvögel. Sie ge-wöhnen die Falken, auf alle Arten von Vögel zu stoßen, und haben sogarFalken zur Jagd der Gemsen und Gazellen, welchen die Stoßvögel sich aufdie Nase setzen, um den Hunden Zeit zu geben, die flüchtigen Thiere einzu-holen. Die Kunst, Falken und ähnliche Vögel zur Jagd abzurichten, wirdFalknerkunst oder Falkner ei (kaueonnsrie) genannt. Der weiße oderisländische Falk gilt unter allen in Europa für den schönsten und geschickte-sten zur Beize. Unter den übrigen Arten werden der Geierfalk, der Sper-ber, der Baumfalk, der Schlechtfalk, der Laubenfalk, der kleine Falk undder gemeine deutsche Falk, der, abgerichtet, Edelfalk heißt, zum Beizen ge-braucht. Die Falken werden jung aus dem Neste genommen und Monatelang mit frischem Fleisch von Tauben und Waldvögeln aufgezogen, ehe mansie zum Sitzen auf der Hand gewöhnt, wozu sie durch Sitzen auf Stangenund Baumästen vorbereitet werden. Späterhin gewöhnt man sie durch lang-wieriges Wachen, das sie zahm und kirr machen muß, zum Tragen der leder-nen Haube, und nachher auf Weidwerk. Ist der Falk völlig gezähmt, oder be-richtet, wie's in der Falknersprache heißt, so wird er ins Feld getragen, undwenn sich eine Beute zeigt, die Haube ihm abgenommen, worauf er schnell indie Höhe zieht, seinen Raub faßt und auf des Jägers Lockung damit zurückkehrt.

Falkiren. Ein Pferd falkiren lassen, heißt in der Reitschule, dasPferd plötzlich anhalten, daß es seine Füße senken muß. Die Stellung,welche das Pferd dabei annimmt, indem es mit dem Hmtertheile auf derErde zu sitzen scheint, heißt Falk ade.

Fall der Körper. Alle Körper auf der Erde streben, vermögeihrer Schwere und der Attraction, dem Mittelpunkte der Erdkugel zu. Kanndieses Streben frei wirken, so entsteht daraus der Fall, wird es aber durch

ein Hinderniß aufgehalten, so entsteht daraus der Druck; ist es zum Theil

aufgehoben und zum Theil wirksam, so äußern sich Druck und Fall zugleich.