Druckschrift 
4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
18
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der Dichter bis 1817 wenig von sich hören; unS ist, außer dem 1. Bd. s.Classischen Theaters der Engländer und Franzosen" nichts bekannt gewor-den. In dem genannten Jahre aber feierte er das 3. Reformationsjubiläumdurch 2 schöne Gedichte in Stanzen:Johannes Falk's Liebe, Leben undLeiden in Gott", und 1818 ließ er s.Auserlesenen Schriften" (größtenthcilsbisher ungedruckte), in 3 Bdn. erscheinen (Liebesbüchlein, Osterbüchlein, Nar-renbüchlein). Der Ertrag von s. Schrift:Das Vaterunser in Begleitungvon Evangelien und uralten christl. Chorälen" u. s. w. (Weimar 1822), wardvon ihm zur Vollendung des Bet- u. SchulhauscS der Anstalt bestimmt. F. starbden 14. Febc. 1826. Die durch ihn gegründete Privatanstalt ward durch s.Freund und Gehülfen, von der Regierung unterstützt, fortgesetzt, 1829 abervom Großherzog aufgehoben, und an dessen Stelle eine öffentl. Erziehungsanstaltfür verwahrloste Kinder als Nebenanstalt des Landcs-Waiseninstituls errichtet;doch soll die neue Anstalt den Namen: Falk'sches Institut, führen.

Falke, der, eine Art Raubvögel, die zu den Habichten gerechnetwird, und sich durch einen kürzern Hals, einen kurzen Schnabel von derWurzel an, und andre Kennzeichen von den Adlern und Geiern unterschei-det. Es gibt viele Arten, z. B. Lerchenfalke, Taubenfalke u. s. w. Mehrederselben, besonders der Edelfalke, lassen sich zur Beize abrichten, daher Fal-kenbeize, oder die Jagd mit Falken und andern dazu abgerichteten Raubvä-gcln. Diese Art zu jagen ist in Europa wie im Morgcnlande sehr alt. ImMittelalter war sie die Hauptbelustigung der Fürsten und des Adels, und daauch die Frauen Theil daran nahmen, so kam sie, besonders in Frankreich,sehr in Aufnahme. In einem von Curne de Sainte- Palaye in s. Werkeüber das Ritterwesen auszugsweise mitgetheilten, alten Gedichte des KapellansGasse de la Bigne von den Jagdbelustigungcn (Itomsn »le« lleäuit«), dasim 14. Jahrh, geschrieben wurde, ward bei der Verhandlung über die gegen-seitigen Vorzüge der Jagd mit Hunden und der Falknerei, von dieser beson-ders gerühmt, daß Königinnen, Herzoginnen und Gräfinnen, mit Einstim-mung ihrer Gemahle, den Sperber auf der Hand tragen können, ohne zuVerunglimpfungen Anlaß zu geben, und alle Belustigungen der Falkenjagdmitgenießen dürfen, wogegen ihnen bei der Jagd mit Hunden der Wohlstandhöchstens gestattet, mit ihrem Gefolge in breiten Wegen über Waldblößenauf ihren Zeltern zu reiten, um die Hunde vorüberlaufen oder die Wind- !Hunde jagen zu sehen. Der feine Ritter bestrebte sich, zu zeigen, wie ange-legen es ihm war, einer verehrten Frau durch Sorgfalt und Aufmerksamkeitfür seinen Falken zu gefallen. Man mußte ihn zu rechter Zeit loszulassenwissen, ihm schnell folgen, ihn nie aus dem Gesichte verlieren, durch Zurufihn ermuntern, die gefaßte Beute schleunig aus seinen Klauen loswickeln,ihn streicheln, die Haube ihm aufsetzen und dann geschickt ihn auf die Faustseiner Gebieterin stellen. In Deutschland stand die Falknerei schon unterKaiser Friedrich II. in hohem Ansehen. Er war ein so eifriger Falkenjäger,daß er selbst im Kriege seine Licblingsbelustigung sich nicht versagte undeine eigne, von s. Sohn Manfred von Hohcnstaufcn mit Anmerk. begleiteteSchrift über die FalkucrkunstReiigus libroium 1'rich II. 4e arte ve-nanili eum avibu» etc." (herausgeg. von I. G. Schneider, Leipz. 1788, >

2 Bde., 4.) hinterließ. Auch im Lehnwesen stößt man auf Spuren der Ach-tung, worin einst die Falknerei in Deutschland stand, in den sogenanntenHabichtslehnen, wie denn schon im 14. Jahrh. Beispiele sich finden, daß fürein Ritterlehn der Vasall jährlich mit einem wohlabgerichteten Habicht, wor-unter man ehedem häufig Falken verstand, sowie man auch zur Falkenbeizeoft abgerichtete Habichte gebrauchte, und einem zum Gebrauch des Stoßvo-