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4 (1830) F bis G
Entstehung
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Falk

kaum nothdürftig lesen und schreiben lernen lassen, alS er ihn schon bei seinerArbeit gebrauchte und die Wißbegierde des Knaben auf alle Weise zu unter-drücken suchte, dessen Neigung jedoch durch den Widerstand nur wuchs, undder sein kleines Spargcld in die Leihbibliothek trug, und Gellert's, Wieland's,Lessing's u. A. Werke bei Tag und bei Nacht las, wie sich ihm eben dieGelegenheit darbot. Ost stand er zur Winterszeit lesend unter einer Laterneauf freier Gasse, und wenn er über sein langes Außenbleiben zur Rede ge-stellt wurde, gab er vor, bei seinem Großvater gewesen zu sein. Aber mitden Jahren nahm seine Unzufriedenheit mit seiner Lage zu. Er faßte denEntschluß, das väterliche Haus zu verlassen und zur See zu gehen. Wirk-lich entfernte er sich und irrte einige Tage in den Wäldern an der Meeres-küste umher; da ihm aber die Schiffer die Mitreise verweigerten, weil er nichtenglisch verstand, so mußte er wieder zurückkehren. Endlich erhielt er vonseinem Vater die Erlaubniß zu studiren, kam mit dem 16. Jahre auf dasGymnasium und studirte unter des gelehrten Trendelenburg Anleitung, jedochimmer mit Mangel kämpfend, die alten Dichter und Prosaisten. Nach6jähr»gem Besuch des danziger Gymnasiums ging er nach Halle, wo er sichdurch den Unterricht und Umgang eines Wolf, Förster, Klein u. A. weiterausbildete. 1793 verließ er Halle und begab sich, die Unabhängigkeit einesPrivatgelehrten einer Anstellung vorziehend, nach Weimar. 1806 hatte erGelegenheit, sich beim Einmärsche der Franzosen und nach der jenaer Schlachtwesentliche Verdienste um die Stadt Weimar zu erwerben, welche der Her-zog dadurch belohnte, daß er ihn zum Legationsrath ernannte und ihm einenGehalt anwies. Noch größer sind die Verdienste, welche F. sich um dieleidende, hülfsbedürftige Menschheit erworben hat. 1813, als Sachsen vonFanden und Feinden verheert wurde, drang die Noth der verlassenen Kin-der und die Furcht vor der zu erwartenden Verderbtheit derselben an seinHerz. Er selbst hatte an dem herrschenden Typhus in einem Monate 4hoffnungsvolle Kinder verloren. Damals legte er den Grundstein zu einemnoch jetzt wohlthätig wirkenden Vereine:Gesellschaft der Freunde in derNoth". Ihr erster Zweck war: verlassenen und verwilderten Kindern zurErlernung von nützlichen Gewerben behülflich zu sein. Dieser Verein dauertedurch F.'s Bemühungen auch unter veränderten Zcitumständen fort und er-warb sich durch Subscriptionen ein neuerbautes Schulgebäude. Der Groß-herzog unterstützte ihn großmüthig und ernannte F. 1815 zum Ritter desverjüngten Falkenordens. F. hatte bis 1824 über 250 Lehrburschen aus derAnstalt als Gesellen entlassen; einige Zöglinge haben studirt; andre sind Schul-lehrer, Kaufleute, Künstler geworden. Mehre Mädchen sind in Dienst ge-gangen. F.'s Anstalt veranlaßte die Gründung ähnlicher zu Overdyk, Aschers-leben , Jena, Erfurt, Potsdam, Berlin und a. a. O. Als Schriftstellertrat F. zuerst in der Satyre auf und ward von Wieland auf eine so aus-gezeichnete Weise eingeführt, daß er die gespanntesten Erwartungen erregte.Auch waren seine ersten Satyren:Die Gräber von Kom" undDie Ge-bete", reich an treffendem Witz. Ihnen folgten von 1797 bis 1803 sechsJahrgange einesTaschenbuchs für Freunde des Scherzes und der Satyre",in denen sich ebenfalls viel Gelungenes findet. 1803 erscbienen von ihmkleine Abhandlungen, die Poesie und Kunst betreffend, und sein dramatischesGedichtPrometheus", ein treffliches Werk voll Tiefe, dem nur die Harmo-nie und Vollendung im Einzelnen fehlt; 1804 eine Sammlung kleiner Sa-tyren und Erzählungen; und 1805Leben, wunderbare Reisen und Irrfahr-ten des Johannes von der Ostsee". SeinElysium und Tartarus", eineZeitung artistisch-literarischen Inhalts, bestand nur kurze Zeit. Seitdem ließEonv.-Lex. Siebente Aufl. Bd. IV. -j- 2