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4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
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1k Falconet Falk

Falconet (Etienne Maurice), ein berühmter Bildhauer, Pros. der-nigl. Akademie zu Paris, geb. 1716 im Waadtlande von wenig bemitteltenÄltern, kam mit denselben nach Paris. Als Lehrling eines gemeinen Holz-schneiders, der Perückenstöcke und dgl. Dinge verfertigte, hörte er von dem Bild-hauer Lemoine und wagte es, 17 Jahre alt, ihm einige Arbeiten zu zeigen, dieer in seinen Mußestunden verfertigt hatte. Lemoine nahm ihn in seine Werkstätteauf und unterstützte ihn. Nach 6 Jahren hatte er solche Fortschritte gemacht,daß seine Statue, den Milo von Krotona vorstellend, ihm die Aufnahme indie Akademie (1745) verschaffte. Man hält diese Arbeit für eine der bestender neuern Skulptur. Auch lernte er die lateinische und italienische Sprache,und machte sich mit den Werken der griechischen Philosophen bekannt. Zuseinen Kunsterzeugnissen aus jener Zeit gehören: ein Pygmalion, eine Ba-dende, ein drohender Amor. Für die Kirche von St.-Roch arbeitete er ei-nen sterbenden Christus, und mehre andre Werke für Kirchen. 1766 lud ihn Ka-tharina II. nach Petersburg ein, um die Statue Peters des Großen zu ver-fertigen. Dies Denkmal, welches zu den ausgezeichnetsten Werken der neuernZeit gehört und den großen Monarchen nebst dem Pferde, aus Metall ge-gossen, auf einem Felsen darstellt, die Schlange des Neides unter die Füßetretend, beschäftigte F. 12 Jahre. Katharina II. wurde dem Künstler per-sönlich gewogen und unterhielt sich oft mit ihm allein, doch entzog sie ihmspäter ihre Gunst; auch erhielt er für seine Arbeit nichts weiter als den be-dungenen Preis. 1778 kehrte er nach Paris zurück und schickte sich nacheinigen Jahren an, eine Reise nach Italien zu machen, woran ihn abereine Krankheit hinderte. Er starb zu Paris 1791. Er hat wenig Schülergezogen, allein mehre Schriften versaßt, -welche viel Treffliches enthalten.Bemerkenswerth sind s.kellsxion« s»r laeulpture" (1768), sowie s.Observstious sur la Status <Ie lUaro Lurele" (1771). S.Oeuvres"erschienen zu Paris 1787, 6 Bde.

Falieri (Marino), Doge von Venedig, in der Mitte des 14. Jahrh.,war vorher Befehlshaber der Truppen der Republik bei der Belagerung vonZara in Dalmaticn, wo er einen glänzenden Sieg über den König von Un-garn erfocht, dann Gesandter der Republik in Genua und Rom. Sein Cha-rakter ist historisch treu gezeichnet in Byron's TrauerspielFalieri" (London1821), wozu Folgendes aus F.'s Leben den Stoff gegeben hat. Ein Pa-trizier, Michael Steno, verliebte sich in ein Fräulein im Gefolge der Do-garcssa. Getäuscht in seinen Absichten, suchte er sich durch einige Zeilen zurächen, welche für die Gemahlin des Doge kränkend waren, und wcßhalbder Doge, ein Mann von wildem, furchtbar aufbrausendem Temperamente,strenge Bestrafung federte. Da nun dem Patrizier bloß kurze Gefängniß-strafe zuerkannt wurde, so beschloß F., an der gesammten stolzen Aristokra-tie, die er von ganzer Seele haßte, furchtbare Rache zu nehmen, und bil-dete eine Verschwörung, um an einem bestimmten Tage alle Senatoren zuermorden und die Macht des Senats zu vernichten. Allein wenig Augen-blicke, bevor der Plan ausgeführt werden sollte, wurde er verrathen, und derDoge mit den Verschworenen verhaftet und hingerichtet. Dies geschah17. April 1355. Mehr über diese letzte Befestigung des von dem DogeGradenigo 1297 eingeführten Erbaristokratismus erzählt Dar» in seinerHist.äs Veni,e". Auch Delavigne hat den Stoff als Trauerspiel 1829 auf dieBühne gebracht.

Falk (Johann Daniel), grvßherzogl. sachsen-weimar. Legationsrath, geb.zu Danzig 1770. Seine früh erwachte Lernbegierde hatte mit großen Schwie-rigkeiten zu kämpfen. Sein Vater, ein armer Perückenmacher, hatte ihn