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Falck
ligen Professor in Leyden, Valkenaer, der zum Gesandten am madrider Hofeernannt wurde, als Ambassadesccretair. Valkenaer gewann durch fein klu-ges Benehmen bald ein großes Gewicht am madrider Hofe, und F. fandGelegenheit, in die Geheimnisse der damaligen europäischen Diplomatie einge-weiht zu werden. Nachdem Valkenaer 1805 zurückberufen war, nahm F.dessen Posten am spanischen Hofe wahr, bis auch er ins Vaterland zurück-kehrte, wo eben die Erblindung des Rathspensionnairs Schimmelpennink Na-poleon Veranlassung gab, seinem Bruder auf den Trümmern der alten nie-derländischen Freiheit einen Thron zu errichten. F. und eine kleine Anzahlkühner Männer bemühten sich, das niederländische Volk über die Gefahren,welche es bedrohten, wenigstens aufzuklären. Unter dem Könige Ludwiglehnte F., so viele Einladungen er auch erhielt, alle Anstellungen bei Hofeund in der neuen holländischen Diplomatie ab. Dagegen wurde er Mitglieddes ncuerrichteten Instituts und bald nachher Gencralsecretair des Departe-ments der osiindischen Angelegenheiten, eine Stelle, die er aus Patriotismusnicht glaubte ablehnen zu dürfen. Als die Begebenheiten im Herbste 1813eine für die Franzosen unglückliche Wendung nahmen, wendeten die Freundeder niederländischen Freiheit ihre Blicke nach Deutschland; ein Verein uner-schrockener Männer setzte sich mit den vordringenden Heeren der Alliirten inVerbindung, um im ersten günstigen Augenblick eine Bewegung zu Gunstendes oranischcn Hauses bewirken zu können. F. gehörte zu denselben, undals Hauptmann der amsterdamer Nationalgarde wurde er die Seele der zahl-reichen Bürger, welche Alles aufzuopfern bereit waren, ihrem unglücklichenVaterlande seine verlorene Unabhängigkeit wiederzuverschaffen. Er entwickeltein diesen kritischen Zeitumständen ebenso viel Muth als Klugheit, und keinName war in jener Zeit in den Niederlanden mehr gefeiert als der seinige.Professor von der Palm sagt in seinem „Denkmal auf Hollands Wiederher-stellung" („6e<leulc«tulc von dieilerlsiid» koretellinF"), einem Meisterstück derBeredtsamkeit in holländischer Sprache, von Falck: „Es gibt wenig« Men-schen, welche so große Eigenschaften des Herzens und des Geistes zusammenvereinigen, als F.; gebildet durch das Lesen der Alten und die tiefsinnigstenStudien, welche ihm als Gelehrt.« einen Platz unter den ersten niederländi-schen Gelehrten im Nationalinstitute verschafft haben; ausgestattet mit Bie-derkeit und einem geläuterten Geschmacke; großer Menschenkenner, außeror-dentlich weiterfahren und weltgebildet, ist er allenthalben an seiner Stelle,sowol im Eirkcl der Gelehrten als in der guten Gesellschaft und in denRcchtssälen der Staatsmänner". Zuerst Gencralsecretair der provisorischenRegierung, welche sich bei der Entfernung der Franzosen im Haag gebildethatte, wurde F. nach der Ankunft des Prinzen von Dramen aus England,und nachdem derselbe als Fürst der Niederlande proclamirt war, zum Staats-secretair ernannt: ein Posten, der als der wichtigste von allen Ministerien zubetrachten war, und den er bis zum Jahr 1818 zur Zufriedenheit seinesKönigs und des Landes behauptet hat. Jetzt wurden ihm die Ministeriendes öffentlichen Unterrichts, der Nationalindustrie und der Eolonien anver-traut; außerdem vollzog er mehre wichtige diplomatische Sendungen, wie1819 und 1820 eine nach Wien. Sein bewegtes öffentliches Leben hatihm keine Zeit gelassen, sich öfter als Schriftsteller zu zeigen; wir kennenvon ihm, außer einzelnen kleinen philosophischen Abhandlungen in van Ha-mert's „Kritischem Magazin" nur Eine größere Schrift: „Über den Einflußder holländischen Civilisation auf die Völker des nördlichen Europa, beson-ders der Dänen" (in den Memoiren des niederländischen Instituts), welcheals ein Meisterstück historischer Forschring betrachtet wird.