Druckschrift 
4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
14
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ihn das Parlament zum General der Reiterei. Er zeichnete sich durch Ta-pferkeit, Klugheit und Thätigkeit so aus, daß ihm das Parlament 1645, andes Grafen Essex Stelle, den Heerbefehl übertrug. Zugleich ward ihm Crom-well mit dem Titel eines Generallieutenants beigegeben. Er erhielt Vollmacht,alle Generale unter seinem Befehle zu ernennen, und ging im April nachWindsor, wo er die neue Armee organisiren wollte. Allein Cromwell hatteeinen solchen Einfluß auf ihn gewonnen, daß er Alles bei ihm durchsetzenkonnte. Daher handelte auch dieser unter F.'s Namen. Der König warvon Oxford im Anzüge. Den 14. Juni kam es zur Schlacht, welche Karlverlor. F. unterwarf sich alles westlich von London gelegene Land, zog dannnach Süden und blockirte Exeter. Überall siegreich, rückte er endlich vor Ox-ford, wo eine beträchtliche Besatzung stand. Der König entkam verkleidetaus der Stadt, um sich den Schotten in die Arme zu werfen. Oxford ca-pitulirte, und Karl I. hatte kein Heer und keinen festen Platz mehr in Eng-land. Als F. in London angekommen war, dankte ihm das Parlamentdurch eine Deputation und trug ihm auf, die Summe von 400,000 Pf.

Sterl. zu begleiten, welche das Parlament der Armee von Schottland für

die Auslieferung des Königs gab. Den 30. Jan. 1646 wurde Karl I. denCommissairen des Parlaments übergeben. F. begegnete dem Monarchen mitvieler Achtung. Das Parlament hatte ihn zum General der Armee ernannt,welche man noch beibehalten wolle, nachdem ein Theil verabschiedet und der

andre nach Irland geschickt worden sei. Allein die Truppen waren dieser

Maßregel nicht geneigt, und Cromwell benutzte dies, um die Armee zur Em-pörung gegen das Parlament zu verleiten. F. wollte seine Stelle niederle-gen; die Führer des Heers wußten jedoch die Ausführung dieses Entschlusseszu verhindern, und er gab sich nun den Maßregeln hin, die man ergriff,um das Parlament zu stürzen. Gegen den Befehl desselben zog er trlum-phircnd in London ein und erfuhr hier nicht so bald, daß der König mitGewalt von Holdenby entführt worden sei, als er eilte, denselben bei Cam-bridge aufzusuchen. Gern hätte er ihn gerettet, allein Cromwell beherrschteihn und die Umstände. Nach des Königs Tode ernannte man ihn zum Be-fehlshaber der Truppen in England und Irland; allein bei der Expedition,welche das Parlament 1650 gegen Schottland vorhatte, weil es sich fürKarlll. erklärte, weigerte er sich zu dienen. So erhielt Cromwell den Ober-befehl. F.'s sehnlichster Wunsch war die Wiedereinsetzung der königl. Fami-lie; auch versuchte er nach Cromwell's Tode (1658), sie thätig zu bewirken,und brachte zu dem Ende selbst ein Heer zusammen, machte sich zum Meistervon Pork und erschien noch ein Mal auf der Bühne der Welt. Die GrafschaftVork wählte ihn zum Deputirten im Parlament, und 1660 war er unter denAbgeordneten, die nach dem Haag gesandt wurden, um Karlll. zu veranlas-sen, so schnell als möglich die Ausübung seines königl. Amts zu übernehmen.Nach Auflösung dieses Parlaments begab er sich auf seine Güter und starb1671. Seine Liebe zu den Wissenschaften hat er durch mehre Schriften, wor-unter die Denkwürdigkeiten seines Lebens sind, bewährt.

Falck (Anton Reinhard), k. niederländ. Staatsminister und Gesandter inLondon, einer der aufgeklärtesten Staatsmänner der Niederlande, geb. 1776 zuAmsterdam in einer ansehnlichen Familie, studirte auf dem amsterdamer Athenäumunter dem vortrefflichen Craß; dann besuchte er deutsche Akademien und verweiltelängere Zeit in Göttingen. In seinem Vaterlande eröffneten sich dem geist-reichen und auf eine seltene Weise ausgebildeten, dabei von körperlicher An-muth reichlich unterstützten jungen Manne viele Aussichten. Seine Studienwaren insbesondere der Diplomatie gewidmet; er begleitete daher den ehema-