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4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
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Fahrenheit Fairfax 13

Grube steigt. Eine ganze Fahrt ist 12, eine halbe 6 Ellen lang. Fah li-sch acht, derjenige Schacht, durch welchen man in eine Grube hinabsteigt;er ist von dem Förderschacht durch eine Scheidewand getrennt. Fahr-wasser, diejenige Gegend eines Canals, Hafens oder Stroms, wo keineUntiefen sind, und wo daher ein Schiff sicher fahren kann.

Fahrenheit (Gabriel Daniel), geb. zu Danzig gegen das Ende des17. Jahrh., bekannt durch eine neue Einrichtung der Thermometer und Ba-rometer, sollte anfänglich sich der Handlung widmen. Seine Neigung fürdie Physik zog ihn jedoch von diesem Stande ab, und nachdem er, um seineKenntnisse zu erweitern, Deutschland und England bereist hatte, ließ er sichin Holland nieder, wo die berühmtesten Männer seines Faches, Gravesandeu. A., seine Lehrer und Freunde wurden. 1720 kam er zuerst auf die Idee,sich des Quecksilbers statt des bis dahin üblichen Weingeistes bei Anferti-gung der Thermometer zu bedienen, ein Verfahren, wodurch dies Instru-ment ungemein an Genauigkeit gewann; er nahm dabei für die Grenze dergrüßten möglichen Kälte diejenige an, die er im Winter 1709 zu Danzigbeobachtet hatte, und die er immer wieder hervorbringen konnte, wenn erSchnee und Salmiak zu gleichen Theilen mischte; der Raum zwischen demPunkte, bis zu welchem das Quecksilber bei dieser künstlichen Kälte siel, biszu demjenigen, den es bei derSiedhitze des Wassers erstieg, theilte er in 212Theile; und hierdurch unterscheidet sich seine Thermometerscala von derReau-mur'schen. (Vgl. Thermometer.) Er beschreibt dieses Verfahren selbst indenkirilas. tiansaet." f. 1724. Ferner beschäftigte er sich, während sei-nes Aufenthaltes in Holland (woselbst er 1740 starb), mit Anfertigung einerMaschine zum Austrocknen von den Überschwemmungen ausgesetzten Gegen-den, auf welche er auch ein Privilegium von der Regierung der Niederlandeerhielt, das Ganze indeß nicht vollenden konnte, indem ihn der Tob über-raschte. Die Veränderungen, welche Gravesande, dem er den Auftrag ertheilthatte, zum Besten seiner Erben das Werk zu vollenden, später daran an-brachte, machten aber das Ganze bei dem ersten Versuche so unbrauchbar,daß man seitdem die weitere Ausführung unterlassen hat. Über F.'s Ther-momcterlheorie s. Luz'sAnweisung, Thermometer zu verfertigen" (Nürn-berg 1781).

Fakir oder Senassey ist in Ostindien eine Art von schwärmerischenMönchen, die sich von der Welt absondern und der Betrachtung widmen.Sie bestreben sich zum Theil durch grausame und lächerliche Kasteiungcn ih-res Körpers sich Unterhalt und Ehrfurcht bei dem großen Haufen zu ver-schaffen. Manche wälzen sich im Koth, andre halten einen Arm so langeunbeweglich in die Höhe, bis er völlig erstarrt und lebenslang in dieser Rich-tung bleibt; noch andre halten die Hände so lange zusammengedrückt, bisdie Nägel in die flache Hand hineinwachsen und auf der andern Seite wie-der herauskommen; wieder andre drehen das Gesicht über die Schulter, oderdie Augen gegen die Nasenspitzen so lange, bis sie in dieser Richtung unver-änderlich stehen bleiben. Sie thun das Gelübde der Armuth, um auf Kostender Gläubigen zu leben. Einige besitzen jedoch Baarschaft und Grundstücke. Esgibt mohammedanische und Hinduische; die Zahl der erstern ist beträchtlich.

Fairfax (Thomas, Lord), General der Parlamcntstruppcn in Eng-land zur Zeit der bürgerlichen Kriege unter der Regierung Karls I., war1611 geboren. Er studirte in Cambridge und diente nach vollendeten Stu-dien als Freiwilliger in Holland unter Horazio, Lord Vere, um den Waffen-dienst zu lernen. Bei seiner Rückkehr nach England faßte er eine außeror-dentliche Abneigung gegen Karl I. Als der Bürgerkrieg ausbrach, ernannte