Druckschrift 
4 (1830) F bis G
Entstehung
Seite
11
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Fagott Fahne 11

tugal 1703, in Flandern 1711 und 1712, und bei den Schlachten von Ra-millies und Malplaquct bewies er große militairische Talente. 6. Hein-rich, ein Sohn Heinrichs (4.), war Gesandter der Vereinigten Niederlandein Kopenhagen 1793, um Dänemarks Beitritt zur Coalition zu bewirken;dann unterhandelte und schloß er den Bund Hollands mit Preußen und England1794, folgte dem Erbstatthalter nach England, und kehrte 1813 mit demjetzigen Könige der Niederlande nach Holland zurück. Er bewahrte, wie seineBrüder, die trcueste Anhänglichkeit an das oranische Haus in den Zeiten desUnglücks. 1814 unterzeichnete er als niederländ. Gesandter in London denFriedensschluß zwischen Großbritannien und den Niederlanden; 1822 ging erals niederländ. Gesandter nach Lissabon, starb aber auf der See den 16. Nov.Sein Bruder, 7., Jakob, war 1795 Gesandter in Kopenhagen und nahman der Revolution zu Gunsten des Hauses Oranien 1813 wirksamen Antheil.Ein 2. Bruder, 8., Robert, ist niederland. Gesandter in Paris.

Fagott (Basson), ein sanftsingendes, in den hohem Tönen dem Te-nor sich näherndes Blasinftrument von Holz, mit einer gekrümmten messinge-nen Röhre, in welche ein Rohr eingebracht ist, durch welches es geblasenwird. Es diente ehedem der Hoboe zur Begleitung, daher es auch ösesoncks lurutboi« hieß; es ist aber jetzt durch mehre Klappen so vervollkommnet,daß man auch 8olo darauf bläst. Es umfaßt 3 Octaven, und seine Ver-zeichnung ist gewöhnlich der k - oder Baßschlüssel; doch bedient man sichauch jetzt in den höhem Tönen, der bequemern Übersicht wegen, des Tenor-schlüssels. Es bildet bei den Harmonien blasender Instrumente gewöhnlichden Baß. Im vollsten Orchester füllt es gewöhnlich aus und verstärkt dieCelli und Grundbässe, wo es nicht eigne Solostellen hat oder in der Octavemit höhern Instrumenten geht, welche die Melodie haben. In den Ton-arten 0 - «!ur, k - tlur, L- und 6-ckur ist es am leichtesten zu behan-deln; schwieriger im L-, -1- und H-«lur. Einer der ausgezeichnetsten Fagot-tisten ist Ant. Rombcrg. Vier Töne tiefer steht der stärkere Quartfagott,dessen man sich bei der Feldmusik statt des sonst mehr gebrauchten Serpentbedient.

Fahne, ursprünglich ein Zeichen, das auf einer Stange, einem Spießoder Balken aus verschiedenen Absichten aufgesteckt wurde. Unter den Hebräernwaren die Fahnen schon zu Moses's Zeiten bekannt, und mit Sinnbilderngeschmückt. Ephraim führte einen Stier, Benjamin einen Wolf u. s. w.Ein Gleiches finden wir bei den Griechen; die Athenienscr hatten eine Eule,die Thebanec einen Sphynx auf ihren Fahnen, durch deren Emporheben oderSenken sie das Zeichen zum Angriff oder Rückzug gaben. Die Fahne desRomulus war ein Heubündel, welches an eine Stange gebunden war. Andie Stelle desselben trat später eine Hand, und dann ein Adler. Die wirk-lichen Fahnen kamen erst unter den Kaisern auf; sie behielten den Adler bei.Außerdem hatten die Fahnen auch Drachen und silberne Kugeln zum Zeichen;die Fahnen der römischen Reiterei bestanden aus einem viereckigen, purpur-farbenen, mit Gold gezierten Tuche, woraus man in der Folge noch das Bildeines Drachen anbrachte. Die Deutschen knüpften ein Band an eine Lanze,welche der Herzog vor dem Heere Hertrug. Won diesem Bande soll das WortFahne entstanden sein, indem aus Band Ban, Fan, Fahne geworden sei;daher banämn und bamlerium (bauckiera, Banner, Panier) eine Fahne,und bamlorosius ein Fähnrich heißt. In der Folge wurde aus diesem Bandeein großes Tuch, das mit Sinnbildern und Inschriften geziert wurde. Dieneufranzösischen Heere hatten zu ihren Fahnen, nach Art der römischen, Adler,nur von verschiedener Gestalt. (S. Adler.)