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4 (1830) F bis G
Entstehung
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10 Factor Fagcl (Familie)

stich oder Steindruck zu liefern, im ersten Falle, weil die Beschaffenheit derGchriftzüge ihr Alter bestimmt, im letztem Falle, weil man geneigt ist, nachLavatcr's und Andrer Meinung in der Handschrift etwas Charakteristischeszu finden, oder sich gern an gewisse Personen durch Spuren ihrer Hand erin-nert. S.lsoxrapkie des komme« eelekre», ou collectiv!» do Vsv-simile,de lettre« »uto^rapkes etc." (Paris 1827).

Factor, in der Arithmetik (so viel als Efsicient) eine Zahl, welcheman mit einer andern multiplicnt; so sind 7, 4, die Factoren der Zahl 28.Man theilt die Factoren in einfache und in zusammengesetzte ab. Erstereunterscheiden sich von letztem dadurch, daß sie durch keine andre Zahl alsdurch sich selbst theilbar sind. Im Kaufmannswesen heißt Factor derAufseher, Vorsteher einer Handlung, Fabrik, Manufactur oder sonstigen gro-ßem öffentlichen oder Privatuntemehmung, z. B. Bergwerksfactor; sein AmtFactorei. Auch pflegt man alle in fremden Welttheilen befindliche Handels-niederlassungen Factoreien zu nennen. Factoreihandel oder Commis-sionshandel, wenn für fremde Rechnung Waaren eingekauft und verkauft,Gelder und Waaren empfangen und versendet werden.

Facultaten, s. Universitäten.

Faden, ein Längenmaß, so viel als 1 Klafter (6 Schuh); auch sagtman 1 Faden (Klafter) Holz, dessen Kubus nach der verschiedenen örtlich-keit von einander abweicht.

Fagcl, eine niederländische Familie, die der Republik der VereinigtenNiederlande eine Reihe würdiger Staatsmänner und Krieger geliefert hat.Von 1670 95 war die wichtige Stelle eines Staatssecretairs bei den Ge-neralstaaten stets einem Gliede dieser Familie anvertraut, die dagegen immerder oranischcn Partei ergeben war, jedoch immer mit Rechtlichkeit und ohneNebenabsichten. 1. Der große Ahnherr Kaspar Fagel, geb. zu Hartem1629 und gest. 1688, bekleidete die ansehnlichsten Ämter und zeichnete sichinsbesondere bei der Invasion Ludwigs XIV. durch Muth und Standhaftig-keit aus. Mit dem Chevalier Lemple legte er 1678 die Grundlagen des nim-wcger Friedens. Bei den Unterhandlungen mit Frankreich widerstand er allenVerführungskünsten des französischen Gesandten d'Avanx und lehnte stolz eineSumme von 2 Millionen Livres ab, die ihm d'Avaux anbot, um ihn zu ge-winnen. Fagel's Triumph war die Erhebung Wilhelms III. auf den engli-schen Thron. Er war eS, der Wilhelms Manifest bei dieser Gelegenheit ent-warf, und von dem Alles geleitet wurde. F. starb, noch ehe die Nachricht vomvollständigen Gelingen derselben eingegangen war. Er war unverheirathetgeblieben und hinterließ kein Vermögen. Über seinen Charakter höre manTemple, Wicquefort und Burnct. 2. Franz, Neffe Kaspars und SohnHeinrich Fagel's, war, wie jener, Staatssecretair der Gcneralstaaten, geb.1659, gest. 1746. Dieser große Staatsmann hatte einen trefflichen Bio-graphen an Onno Zwier von Harlem gefunden; leider wurde die Handschriftein Raub der Flammen. 3. Franz, geb. 1740 und gest. 1773. Aucher war Staatssecretair. Franz Hcmsterhuis hat seine Lobschrift meisterhaftentworfen. 4. Heinrich, geb. 1706 und gest. 1790, hatte vorzüglich ander Erhebung Wilhelms IV. zur Statthaltcrwürde, 1748, Theil. 5. FranzNicolaus, auch ein Neffe Kaspars, trat 1672 in Dienst, und starb 1718als General der Infanterie im Dienste der Generalstaaten und kaiserl. Feld-marschalllicutenant; er zeichnete sich in der Schlacht bei Flcurus 1690 aus;die berühmte Vertheidigung von Mons 1691 wurde von ihm befehligt; auchbei der Belagerung von Namur, bei der Einnahme von Bonn und in Por-