4 Fabier Fabre d'Eglantine
ward er der russischen Gesandtschaft am deutschen Bundestage beigeordnet, dannaus dem Congresse zu Aachen zum Staatsrath erhoben.
Fabier, ein berühmtes altes Geschlecht der Römer. Die ganze streit-bare Mannschaft desselben (306 an der Zahl) kämpfte einst (477 v. Chr.) ver-eint gegen die Vejenter am Flüßchen Cremera, und Alle starben den Heldentodfürs Vaterland.
Fabius Maximus (Quintus), mit dem Beinamen Ounvtator,der Zauderer, einer der größten Feldherren des alten Roms, rettete sein Vater-land, als es nach der Niederlage am Trasimen dem Untergänge nahe schien, undHannibal mit seinem siegreichen Heere gegen die Hauptstadt im Anzüge war.In jenem entscheidenden Zeitpunkte trat F. als Dictator an die Spitze der rö-mischen Legionen und entwarf, da er sein Heer muthloS, das feindliche aberfurchtbar und zahlreich fand, um nicht das Schicksal der Republik auf den Aus-gang einer Schlacht zu setzen, den Plan, jedes Treffen zu vermeiden und sei-nen mächtigen Feind durch Märsche und Zaudern zu ermüden und zu entkräften.Hannibal, der seinen gefährlichen Gegner wohl erkannte, ließ ihm sagen, umihn zu einer Schlacht zu reizen: „Wenn Fabius ein so großer Feldherr ist, alser uns glauben machen will, so steige er herab in die Ebene und nehme dieSchlacht an, die ich ihm biete". F. aber antwortete ihm kalt: „Wenn Han-nibal ein so großer Feldherr ist, als er glaubt, so zwing' er mich, sie anzuneh-men". Unzufrieden mit seinen Zögerungen, deren Grund sie falsch deuteten,riefen die Römer ihn unter dem Verwände zurück, einem feierlichen Opfer bei-zuwohnen, und übertrugen unterdeß die Hälfte seiner Gewalt dem Minutius Felix,der ebenso verwegen, als F. vorsichtig war. Schon war dieser in einen Hinter-halt des punischen Feldherrn gefallen und einer Niederlage nahe, als F. noch zei-tig genug herbeieilte und ihn rettete. Von Dankbarkeit durchdrungen, gab ihmMinutius seine Truppen zurück, um von ihm schlagen und siegen zu lernen.Als er, nach Beendigung des Feldzuges, sein Amt niedergelegt hatte, wagte derneue Consul, Terentius Varro, ein aufgeblasener und unwissender Mann, dieSchlacht bei Canna, in welcher bekanntlich das römische Heer fast gänzlich auf-gerieben ward. F. unterhandelte nach der Schlacht mit Hannibal über dasLösegeld der gefangenen Römer, und als der Senat den Vertrag nicht haltenwollte, verkaufte er alle seine Güter, um sein Wort zu lösen. Er starb in ei-nem hohen Alter 202 vor Chr.
Füsiliers und Fabliaux, s. Französische Literatur.
Fabre d'Eglantine (Philippe Franyois), geb. zu Carcassonne1755 in einer bürgerlichen Familie, hatte sich in seiner Jugend vielfachen Aus-schweifungen überlassen, ward Soldat und nachher Schauspieler. Er spielteauf den Theatern zu Genf, Lyon und Brüssel, ohne großen Beifall. Belieb-ter war er als Gesellschafter und durch sein Dichtertalent. Schon in seinem16. Jahre schrieb er ein Gedicht: „L'etuile <Ie I» naturo", zur Preisbe-werbung bei der französischen Akademie 1771. Als er spater bei den Blu-menspielen zu Toulouse den Preis der wilden Rose (LZlantine) erhaltenhatte, fügte er dieses Wort seinem Namen bei. Er schrieb jetzt mehre Thea-terstücke, wovon jedoch nur „I/intrigue epistviaire" und der „ksiiliute ckeNoliere" Glück machten. Letzteres wird noch jetzt zu den besten Charakter-stücken der neuern französischen Bühne gerechnet. Von ehrgeizigem Charakter,nahm er bald an der Revolution Antheil, verband sich mit Danton, Lacroixund Camille Desmoulins, schrieb mehre revolutionnaire Schriften, und wirktezu den Auftritten des 10. Aug. mit. Er wurde von Paris zum Abgeord-neten bei der Nationalversammlung ernannt, zeigte anfangs gemäßigte Grund-sätze, stimmte aber nachher für den Tod Ludwigs XVl. ohne Appellation,