suchen mitgetheilt habe, und mit welcher alle meine Beobachtungen seit jenerZeit auf das Genügendste übereingestimmt haben und um so genauer, je sorgfäl-tiger sie angestellt waren*). Leslie hatte schon zu einem ähnlichen Zweck dasvon ihm construirte Differenzialthermometer eingerichtet. Theils die Schwierig-keit, vergleichbare Instrumente der Art zu erhalten, theils die mit der Erfahrungnicht übereinstimmende Berechnungsart, welche der Erfinder vorschlug, hattendas Vertrauen zu der Erfindung geschwächt. Deshalb und weil man ohnediesbei diesen Versuchen auch die Luftwärme genau kennen mufs und die Beobachtungder Differenz dieser Luftwärme und der Verdunstungskälte allein nicht hinreicht;so fand ich es gerathener, zwei genau bis auf Zehntel - Grade getheilte und mit-einander vollkommen correspondfrende Thermometer anzuwenden, von denen dieKugel des einen und der ganze Raum zwischen Kugel und Scala durch eineleicht anzubringende Vorrichtung mit reinem Wasser benetzt erhalten wird**).
*) Die Formel, der ich mich damals, als ich diese Vorlesung hielt, und lange Zeit hindurchnachher bedient habe war nicht vollkommen richtig entwickelt. Der Fehler, den sie enthält, beruhtdarauf,, dafs die latente Wärme des Wasserdunstes unter allen Temperaturen als ungeändert angenom-men ist». Sie theilt diesen Fehler,. auf den ich durch Herrn Dr. Poggendorff aufmerksam gemacht wor-den bin,, mit denjenigen, wonach Gay Lüssac’s mit einem feuchten Thermometer in trockner Luft an-gestell'te Versuche berechnet sind. Ich habe- den- Felder seitdem verbessert und bin auf eine Formelgekommen,, die noch weit genauer sich an die Erfahrung anschliefst als die vorige, und auch auf dieGay Lussacschen Versuche sehr gut pafst r was bei der frühem Psychrometerformel nicht der Fall war.Ich werde an einem andern Orte die Art der Entwicklung der neuen Formel mittheilen, und führe siedaher nur als Resultat an..
0)558 (t— t') b
x = n — - K ;_
V — U
Hierin bedeutet:
x die Spannung des in der Luft enthaltenen Wasserdunstes.
t die Lufiwänne^ durch ein freies Thermometer angegeben.
die Verdunstungskälte durch das- befeuchtete Thermometer bestimmt.
b den Barometerstand' auf 0° Queeksilberwärme reducirt.
q die zur Temperatur tgehörige Expansivkraft des Dunstes im Maximum, auf dieselbe Maafsein^heit mit 1> bezogen.
\ die latente Wärme des Dunstes hei 0° (also 640° C oder 512° II.)
DievSe Formel stimmt auch mit der Erfahrung überein, wenn das befeuchtete Thermometereine Eisrinde hat, nur mufs dann % um die latente Wärme des Wassers bei 0°, d. h. um 60° R oder75° Cent, erhöht werden.
**) Die in Figur 2 gegebene Abbildung des Psychrometers ist ohne Erklärung verständlich.h ist das trockne Thermometer', b das befeuchtete, dem aus dem Glasgefäfse c durch den Bandstreifen