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Durch Instrumente dieser Art, die noch nicht so allgemein verbreitet sind,als sie es verdienen, hat die Hygrometrie bedeutend gewonnen, indem es nunmöglich wird, durch Verdunstung weniger Aethertropfen die Temperatur desThaupunktes zu erfahren und aus diesem an sich schon wichtigen Datum mitHülfe der in jedem physikalischen Lehrbuche neuerer Zeit angegebenen Methodenden Feuchtigkeitszustand der Luft auf eine leichte Art zu berechnen. Immer abererfordern diese Instrumente einen Versuch und erschweren es besonders demReisenden, mit der gehörigen Ersparnifs an Raum und Zeit eine hinreichendeMenge von Beobachtungen anzustellen. Schon der Transport des erforderlichenSchwefeläthers ist ein Umstand, der für gröfsere Reisen dem fortdauernden Ge-brauche dieses Instrumentes sehr ungünstig ist.
Mehr durch Zufall, als w'cil ich auf einem von Leslie schon betretenen,von anderen Physikern aber wieder verlassenen W.ege etwas für die HygrometrieErspriefsliches zu finden hoffte, bemerkte ich vor drei lahren, als ich des jüngerenDe la Rive Vorschlag, den Dunstgehalt der Atmosphäre durch die Wärmezu-nahme eines mit Schwefelsäure benetzten und frei aufgehängten Thermometerszu messen, an gleichzeitigen Beobachtungen des Daniell’schen Instrumentes prüfteund nach jedem Versuche die angewandten Thermometer in Wasser wieder ab-spülte, dafs diese, so lange sie benetzt waren, einen festen Stand ziemlich genauin der Mitte zwischen der Luftwärme und dem durch das Daniell’sche Instrumentangezeigten Thaupunkte behaupteten. Die Fortsetzung meiner Untersuchungen überdiese durch das einfache Verhältnifs überraschende Beobachtung leitete mich aufeinen Ausdruck, der zwar nicht so einfach ist, aber doch ein Mittel an die Handgiebt, aus einer einfachen und sicheren Beobachtung der Verdunstungskälte jedehygrometrische Frage so .zuverlässig zu beantworten, als es nur durch das Daniell’-sche Instrument möglich ist. Ich schlofs dabei so: So lange ein Thermometer,
dessen Kugel mit Wasser benetzt ist, sinkt, so lange tritt dasselbe einen Theil derWärme des Quecksilbers und Glases an das umgebende Wasser ab, welches den-selben beim Verdunsten bindet; wenn aber der constante Punkt, den wir Ver-dunstungskälte nennen, eingetreten ist, so ist dies ein Zeichen, dafs das dann ver-dunstende Wasser dem Thermometer keine Wärme mehr entzieht; sondern dafsdie Verdunstung nun auf Kosten derjenigen Wärme geschieht, welche die zu-nächst liegende Luft verliert, während sie von der Luftwärme sich bis zur Ver-dunstungskältc abkühll. Von diesen Voraussetzungen ausgehend, entwickelte icheine Formel, welche ich in den Poggendorfischen Annalen mit mehreren Ver-