Druckschrift 
Die Reise der Herren Karl Green, Robert Hollond und Thomas Monk-Mason von London nach Weilburg am 7. und 8. November 1836 in dem Luftschiffe Royal-Vauxhall-Nassau : voraus geht eine kurze Geschichte der Aeronautik ; mit einer lithographierten Abb. des Ballons
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

36

Für Weilburg war dieses Ereigniss von einem um so größerenInteresse, als schon jUandi-n-ll, dessen Fahne noch in demhiesigen städtischen Archive aufbewahrt wird, nach einer Auf-fahrt von Frankfurt i. 1.1785 hier gelandet war. Die Reisenden,welche das Morniiig-dtroniole und den Ololio vom vorigenTage mitbrachten, gastfreundlichst zu bewillkommnen, und ihnenzur glücklichen Vollendung der größten bis jetzt ausgeführtenLuftreisc Glück zu wünschen, begaben sich einige der englischenund französischen Sprache Kundige in den Gasthof, woselbstsich von Augenblick zu Augenblick immer mehre der BewohnerWcilburgs versammelten. Herr Oberforstmeistcr von Bibrabot den Luflfahrern, unter Vorbehalt höherer Genehmi-gung, die hiesige schöne und ungewöhnlich geräumige Herzogl.Reitbahn zur sicheren Unterbringung der Neiseeffecten und zumTrocknen des durchnäßten Ballons an. Erfreut, hier ein soschönes und zu diesem Zwecke vorzüglich passendes Lokal zu fin-den, machten sie von diesem Anerbieten dankbar Gebrauch.Zu größerer Sicherheit des kostbaren Fahrzeuges bewilligtesofort Herr Obrist von Preen eine Militärwache. Der Ballonwurde in die Reitbahn gebracht und den folgenden Tag mittelsteiner Getreide-Reinigungs-Maschine (Kornfege) mit Luft ge-füllt. Ungeachtet der bedeutenden Höhe des Lokals konnte der-selbe doch nur zu zwei Drittbeil in horizontaler Richtung aufdem Boden liegend aufgeblasen werden; nichtsdestowenigermußte er auch so die Bewunderung Aller erregen. Alle übrigenInstrumente und Reiseeffecten, unter denen Nichts war, wasnicht gleich wie der Ballon, wegen seiner Solidität, Eleganzund Zweckmäßigkeit die Aufmerksamkeit des Beschauers fesselte,wurden ebenfalls hier aufgestellt. Mit der größten Uneigen-uützigkeit gestatteten unsere freundlichen Gäste nicht nur Jedem,ohne Ansehen des Ranges und Standes, dem Wißbegierdeoder Neugicrde dahin trieb, den freien Zutritt, sondern siesuchten auch auf die humanste und liebreichste Weise Allenden Gebrauch, die Einrichtung und den Nutzen so vieler inter-essanter Gegenstände zu erklären. Tie Neuheit des Gegenstan-des zog mit jedem Tage mehr Zuschauer herbei, deren Zahl in