Ueber Maria Eleonora.
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Zitternd ging sie daher a» die Ausführung ihres Vorhabens.Aber da Christina anfangs Stillschweigen beobachtete, faßte sieMuth und fing an von „Bourdelotö gefährlichen Grundsätzen zusprechen, von Gustaf Adolfs ruhmvollem Kampfe für den wahrenGlauben" u. s. w. Christina dankte für ihre gute Absicht, fügteaber hinzu: „daß Streitigkeiten über verschiedenartige Glaubens-bekenntnisse für sie Beide ein gar zu hoher und schwieriger Gegen-stand wären; dergleichen müßten sie lieber den Geistlichen über-lassen." -— Maria Eleonora fing aber doch wieder an, darüberzu reden, doch nun unterbrach Christina sie und sprach mit Stolz:„Ich weiß sehr wohl, welche Personen Ew. Majeststät zu diesemSchritte beredet haben; aber ich werde schon sorgen, daß sie eSauch wissen sollen, wer ich bin, und daß sie ihre Vermessenheitbereuen sollen." — Darauf verließ sie hastig die Stube, und ließihre Mutter im AuSbruche des heftigsten Schmerzes zurück. Diesevermochte ihre Thränen nicht zu stillen, nicht einmal so weit,daß man sie nach Hause hätte führen könne». Es ward der
Tochter mitgetheilt, welche ganz kalt antwortete: „Sie hat sichselbst Alles dies zu verdanken." — Aber als die Mutter nochfünf Stunden nachher sich in demselben betrübten Gemülhszn-stande befand, ging endlich Christum doch wieder zu ihr, undsuchte durch mildere Worte die Klagende zufrieden zu stellen, dochohne die Veranlassung ihres Zustandes weiter zu berühren. DieKönigin Wittwe verließ aber seitdem den Hof, und zog nachNyköping.
Kurz vor ihrer Abreise aus Schweden besuchte Christinaihre Mutter, um derselben ihr letztes Lebewohl zu sagen. Esgeschah in Gegenwart deS ganzen HofeS, und mit einer würdigenund schönen Rede, wobei aber Christina ziemlich ruhig und gefaßterschien, obgleich die meisten Anwesenden gerührt waren, undMaria Eleonora, ihrer Gewohnheit nach, in Thränen zerfloß.Diese entströmten ihren Augen noch den ganzen Abend und sogardie folgende Nacht. Christina ward davon benachrichtigt, standsogleich auf, und eilte an der Trauernden Bett. Bald nachher,um 5 Uhr Morgens, verließ sie ihre Mutter auf immer.
„Ich beraube Euch einer Tochter, gebe Euch aber dagegeneinen Sohn," sagte Christina beim letzten Abschiede, wo sie zugleicher Zeit der Fürsorge ihres Nachfolgers, Karl Gustafs, die