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Sieben und fünfzigstes Capitel.
selbst ihre Einkünfte verwalten durfte; denn der Churfürst fürchtete,daß er sonst gezwungen sein würde, wie der König von Dänemark,sie auf eigne Kosten zu ernähren, und ihre unbedachtsam gemachtenSchulden zr^ bezahlen. Sie fing an hinzuwelken, und, sonderbargenug, nach Schweden zurück zu verlangen. In dieser Absichtwurden Unterhandlungen mit der Tochter eröffnet, nachdem diese,bei erreichter Vollmündigkeit, die Regierung angetreten hatte.Christina gab sogleich ihre Einwilligung, und dies um so eher,als sie dadurch die Gelegenheit wahrnehmen wollte, Orenstserua,mit dem sie gerade in einem weniger guten Verhältnisse stand,einen Verdruß zu bereiten. Maria Eleonora kehrte nach Schwedenzurück, und ward daselbst mit all der Feierlichkeit aufgenommen,welche der Wittwe Gustaf Adolfs und der Mutter einer regierendenKönigin zukam. Schon zu Dalarö ward sie von Christinen, einehalbe Meile vor dem Thore vom ganzen Rathe empfangen, dar-unter auch von Oreustjerna, der sich bei dieser mißlichen Gelegen-heit mit Würde und Ehrfurcht benahm. Sie erhielt, statt ihresLeibgedingeS, 40,000 Reichsthalcr jährlich, und außerdem nochverschiedne königliche Güter.
Still und unbemerkt brachte sie ihre noch übrigen Tage zu.Christina behandelte ihre Mutter mit Ueberlegcnheit und Kälte;diese zog sich verletzt zurück, auch unzufrieden mit den geräusch-vollen Vergnügungen des Hofes der jungen Königin. Nur einpaarmal finden wir ihren Namen in den Chroniken genannt. Esist zu der Zeit, wo Christina durch das Vertrauen was sie Bour-delot schenkte, das ganze Reich gegen sich aufbrachte. Hohe undNiedrige, Böse und Gute, Alle nahmen ein gleiches Aergernißdaran, und die Geistlichkeit hatte beschlossen ernstliche Vorstellungenzu machen; besonders da sie fürchteten, daß der neue Günstlingder Königin Widerwille gegen den evangelischen Glauben ein-flößen möchte. Maria Eleonora ward davon unterrichtet. Sieselbst war diesem Glauben mit ganzer Seele ergeben, und das womöglich »och mehr, seitdem ihr geliebter Gustaf Adolf für den-selben sein Leben aufgeopfert hatte. Sie hielt es daher für ihremütterliche Pflicht, ihre verirrte Tochter zu warnen. Doch nichtohne Zweifel und Berathung Andrer faßte sie diesen Beschluß;denn sie kannte unv fürchtete Christina's scharfe Zunge undstolze Gesinnung.