Druckschrift 
Th. 2 (1843)
Entstehung
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Erstes Capitel.

Gustaf Adolfs Landung in Deutschland.

Sommern war um diese Zeit von 16,000 Mann überschwemmt,die zu Walleusteins früheren Truppen gehörten und von demItaliener Torguato de Conti angeführt wurden. Dieser war selbstein harter und eigennütziger Man», so wie seine Soldaten esebenfalls waren, die sich die gränzenloseste Zügcllosigkeit und dasübermüthigste Betragen gegen die wehrlosen Einwohner ange-wöhnt hatten. Mit Wallenstcins gefürchteter Person war auchder letzte Schatten von Ordnung und Zucht aus seinen wildenHaufen verschwunden. Das arme Pommern litt unglaublich unterdiesen verheerenden Gästen.

Unterdessen hatte sich schon in der dortigen Gegend eindunkles Gerücht von der nahen Ankunft des schwedischen KönigSverbreitet. Bald erhielt man bestimmtere Nachrichten durch dieBesatzung von Stralsund, deren über die Kaiserlichen davon ge-tragenen Vortheile die heimlichen Hoffnungen noch mehr belebten.Von Rügen, Usedom und Wollin aus richteten sich täglich ver-langende Blicke über das Meer hin.

So kam der 24. Juni 1630 heran; es war der Johaunis-und zugleich der Jahrestag, au welchem vor hundert Jahren dasaugSburgische Glaubensbekenntnis; dem Kaiser förmlich übergebenworden war. Ein schwacher Nordwind wehte gegen die Küstehin; aber die Lust war schwül und heiß , und langsam aufsteigendeWolken verkündeten ein Gewitter. Gegen Mittag sah man eineReihe Segel allmählig aus den Gewässern aufsteigen. Es war dieschwedische Flotte. Sie steuerte an dem Vorgebirge von Areonavorbei und wandte sich nach Stralsund hin. Aber bei der Nach-richt, daß Leßlie schon ganz Rügen eingenommen hätte, wandteder König seinen Lanf wieder um und gerade auf Usedom los.Nicht weit von der Schanze Pcenemünde warf er die Anker auSund begann die Landung unter den dumpfen Schlägen deS ge-rade über die Gegend heranziehenden Gewitters.

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