Druckschrift 
Th. 2 (1843)
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Ueber Maria Eleonora.

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Lieben und fünfzigstes Capitel,

Ueber Maria Eleonora.

Die warme Liebe und die tiefe Verehrung, welche MariaEleonora für Gustaf Arols hegte, hatte, so lange er lebte, denAusdruck) ihrer wunderlichen Gemüthsart zurückgehalten. Siewollte oder wagte nicht derselben freien Lauf zu lassen, und über-haupt ward ihre ganze Seele, ihr ganzes Wesen nur von einemeinzigen Gefühle, der Liebe zu ihrem Gemahle, in Anspruchgenommen. Er war ihr Mann, ihr Freund, ihr Führer, ihrAlles in Allem! Er fiel, und ließ sie einsam, schwankend undschwach zurück, unfähig sich selbst zu stützen, und ohne die ge-hörige Urthcilskraft um sich von -Andern stützen zu lassen. Diegränzenlose Trauer vermehrte noch ihre Wunderlichkeiten, undbeschleunigte deren Ausbruch! So ward das betrübende Schicksalherbeigeführt, welches die hinterlafine Wittwe des großen GustafAdolfs traf.

Ihr sonderbarer Einfall hinsichtlich der Beerdigung des Kö-nigs, ist schon angeführt. Kaum war dieselbe vorbei, so fingendie phantastischen Schwindeleien wieder an. Schon am folgendenTage fühlte die Königin ein unwiderstehliches Verlangen inSGrabgewölbe hinab zu steigen, und so wie früher den Sarg zuöffnen und sich an der Betrachtung des todten Königs zu weiden;und sie begehrte in dieser Absicht den Schlüssel. Aber der Statt-halter glaubte sich verpflichtet, die Sache dem Rathe melden zumüssen, und dieser, nachdem er die Meinung der Bischöfe einge-holt hatte, gab eine abschlägige Antwort, sowohl um der eignenBeschaffenheit der Sache, als um des Aufsehens willen, daS sieunter den gerade versammelten Reichsständcn erregen würde; be-sonders unter dem Bürger- und Bauernstände, welche, an solcheAuftritte nicht gewöhnt, sie wie eine gottvcrzeßne Störung derRuhe des Todte», oder wie eine ebenso gottlose Abgötterei mitdessen Gebeinen, betrachtet haben würden. Die Königin warüber diese Weigerung sehr erbittert, und als der Rath in seinemBeschlusse Leharrte, ließ sie ihm zurück sagen, daß auch sie indem ihrigen fest bleiben, und seinem Willen zum Trotze dasGrab besuchen werde. Als nun aber die Regierung bestimmterklärte, daß sie in dem Falle Gewalt mit Gewalt vertreibenwerde, und als man der Königin vorstellte, wie höchst unan-