Druckschrift 
Th. 2 (1843)
Entstehung
Seite
222
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Sieben stnd fünfzigstes Capitel.

genehm es für sie sein würde, wenn sie von der Kirchenthürezurückgewiesen würde, ließ sie endlich von ihrem Trotze ab; bataber hingegen dringend, nur noch ein einzigesmal das Grabbesuchen zu dürfen; sie erbot sich, danach niemals wieder einsolches Begehren zu äußern, und zugleich bei dieser Gelegenheitauch des Königs Herz in den Sarg niederzulegen. Auch dieseBitte ward ihr unter dem Borwande abgeschlagen, daß die Regie-rung ihren einmal gefaßten und öffentlich ausgesprochnen Beschlußnicht brechen dürfe, und daß außerdem ein solcher Auftritt derschon so sehr geschwächten Gesundheit der Königin gefährlich werdenkönnte. Unterdessen suchten balv die NathSherren, bald die Bischöfesie durch ernste Vorstellungen zu beruhigen und zur Vernunftzurück zu führen. „ Als Christin müsse sie mit dem zufrieden sein,was Gott beschlossen habe. Er wisse am besten, was uns nützlichsei, und aus ihn allein müßten wir unsre Zuversicht setzen, nichtauf todte Körper. — Gott sei der Lebende», nicht der TodtenGott. — Der Verstorbenen Ruhe zu stören, streite außerdemgegen die Worte der Schrift, das Gebot der Vernunft und derwahren Liebe, und endlich gegen die Gebräuche aller Völker"u. s. w. Es gelang endlich, ihren eigensinnigen Widerstand zubesiegen. Sie ließ das Herz von sich, welches hierauf mit dergvlonen Dose und den umgebenden Sammtbeuiel in aller Stillein des Königs Sarg niedergelegt ward; und hiermit nahm dieserunangenehme Streit ein längst ersehntes Ende.

Der Königin Trauer hingegen schien niemals enden zu wollen.Schon bei ihrer ersten Ankunft zu Nyköpiug, ließ sie Wände,Decke, Möbeln und Fußboden ihres Zimmers mit schwarzem Tuchüberziehen. Die Fenster wurden eben so verhängt, so daß dieStube nur durch Fackeln und Wachslichter erhellt werden konnte.In dieser düstern Umgebung saß die Königin beständig einge-schlossen, selbst in die tiefsten Trauergewänder gehüllt, beinahNacht und Tag weinend, und zuweilen in ein so heftiges Jammernansbrechcnd, daß ein Jeder der eS hörte und sah, Mitleid mitihrem unglücklichen Zustande empfand. Man hoffte, daß nachder Ankunft zu Stockholm und nach des Königs Beerdigung,einige Veränderung eintreten werde; aber vergebens! Maria Elco-nora setzte ihre bisherige Lebensweise fort, und nur allmähligund erst nach mehrern Jahren beruhigte sich ihr Herz so weit,