Druckschrift 
Th. 2 (1843)
Entstehung
Seite
207
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Die Schlacht bei Lützen.

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verlässigcn Kameraden Ermahnung zu Muth und Vertrauen inden unsichtbaren, aber zuverlässigen Heiser erschallen.

Wallenstcin versäumte seinerseits eben so wenig, was manvon einem ausmerksamen Feldherrn federn konnte. Er war sovon der Fufigicht geplagt, daß er nicht ohne den größten Schmerzzu Pscrde sitzen konnte, und daher theils eine» Wagen, theilseine Tragbahre benutzte, doch nur, indem sein Reitpferd mit um-wickelten Steigbügeln nebenher geführt ward, damit er es, sobaldder Kampf begönne, benutzen könnte. Früh am Morgen ließ erdem ganzen Heere die Messe lesen. Darauf berief er seine Obersten,hielt eine ermuthigcude Siede an sie, und ertheilte die nöthigenBefehle, so wie das alte Felvgeschrei der Kaiserlichen: „JesusMaria!" Daraus fuhr er durch die Reihen, und begrüßte dieSoldaten durch heitre und ermuihigende Blicke, doch nicht durchWorte, da er selbst das Unangenehme seiner Stimme kannte.Dann gab er Befehl Lützen anzuzünden, damit der Feind ihnnicht von dieser Seite her beunruhigen könnte, und begab sichendlich nach der Mitte des Heeres, wo er das Verschwinden desNebels uns den Angriff der Schweden abwartete.

Drei und fünfzigstes Capitel.

Die Schlacht bei Lützen.

Die aufgegangue Sonne verbarg sich mehrere Stundenlanghinter einem dicken Nebel, gleichsam als wollte sie sich so langewie nur möglich weigern, dem 0. November und dem Schlacht-felde bei Lützen ihr Licht zu gewähren. Erst um II Uhr Vor-mittags, fingen ihre matten Strahlen au sichtbar zu werden,während ein leichter Wind den Nebel hinwegführte. Nach wenigenAugenblicken wurden beide Heere einander ansichtig. „Nun vor-wärts, in des Herrn Namen!" rief der König aus, faltete dieHände um das Degengefäß und fügte hinzu: „JesuS! JesuS! hilfmir heute zu Deines heiligen Namens Ehre streiten!" und gabzugleich das Zeichen zum Angriffe.

Die Artillerie eröffnete auf beiden Seiten das Feuer, unddie schwedischen Truppen setzten sich in Bewegung. Während desAnmarsches litten sie bedeutend, theils durch Wallensteins Kanonen,theils durch seine Musketiere, welche, selbst in den Gräben vcr-