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Th. 2 (1843)
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Zwei und fünfzigstes Capitel.

viele mid große Proben gesehen habe? Ich weiß es ja, daß Ihrbereit seiv, für unsre heilige Sache mit mir in den Tod zu gehen!"— Hier vernahm man frohen Beifallsruf der Truppen, und derKönig ritt nach dem linken Flügel hinüber, wo er zu den Deut-schen folgende Worte sprach: „Meine redlichen Brüver und Kame-raden! ich bitte und ermähne Euch bei Eurem christlichen Gewissen,Eurer eigenen Ehre, Eurer zeitlichen und ewigen Wohlfahrt, thutheute Eure Schuldigkeit, wohl bedenkend, daß darauf Eure Freiheit,Euer Lebe» und Euer Wohl, ja sogar unser heiliges Glaubens-bekenntniß beruht. Vor ungefähr einem Jahre, und nicht weitvon hier, errang Eure Tapferkeit einen herrlichen Sieg über denalten Tilly und sein erprobtes Heer. Heute wird es eben sogehen. Folget mir nur; denn ich werde Euch den Weg zumKämpfe, zum Siege, zum ewigen Ruhme zeigen; und Ihr undEure Nachkommen werden noch in späten Zeiten die herrlichenFrüchte dieses Tages genießen!" — Lebhafter Freudenruf erscholldurch die Luft, und der König kehrte nach dem rechten Flügelzurück. Als er am blauen Negimcnte vorbei ritt, rief er: „Heute,Kameraden, werden wir allen unsern Beschwerden ein Ende machen!"Die Soldaten riefen ihm ihr Hurrah zu, bemerkten aber nicht ohnebange Ahnungen, daß des Königs Pferd zweimal strauchelte, inihren Augen ein unglückliches Vorzeichen.

Durch das Aufschieben deS Angriffs und viele Hin- undHerreiten ward inzwischen dies Pferd ganz ermüdet, und derKönig bestieg statt seiner denselben braunen Hengst, dessen er sichim vorigen Jahre bei Breitenfeld bedient hatte.

Es war jetzt schon über 8 Uhr Morgens, aber der Nebelward, statt dünner, nur noch immer dicker, so daß es sogar den-jenigen Truppen, welche einander am nächsten standen, durchausunmöglich war, sich gegenseitig zu sehen; »och unmöglicher denFeind anzugreifen. Nur hier und da hörte man WallensteinöKanonen, und die Vorposten der Neitcrci scharmützelten gegen denGraben hin, übrigens standen beidcHeere unbeweglich. Da stimmteder König selbst den Psalm an: „Gott sei uns gnädig und hold!"und nach dessen Endiguug: „Erschrick nur nicht, Du kleinerHausen!" welche» letzter» er selbst vor Kurzem aufgeschrieben hatte.Das ganze Heer stimmte in diesen Gesang ei», und ein jederTrupp hörte durch den dicken Nebel seiner unsichtbaren, aber zu-