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Zweites Capitel.
Artillerie eingeschifft; aber ei» heftiger Gegenwind stürmte überdaS Große Haff daher, und verhinderte sie abzusegeln. GustafAdolf ward verdrießlich und ungeduldig. Endlich begab er sichnach dem Strande und ging au Bord der Flotte. Im selbenAugenblicke legte sich der Sturm, und der Wind sprang nachNorden um. Das ganze Heer, außer sich vor Freude, glaubtein diesem Umstände einen Beweis davon zu finden, wie desHimmels Hand seinen Helden leite. Dieser befahl augenblicklichdie Anker zu lichten und die Segel aufzuziehen. Der Wind waraußerordentlich günstig. In zwei Stunden hatte die Flotte sechsMeilen zurückgelegt, und ankerte um 2 Uhr Nachmittags am10. Juli bei Oderburg, eine halbe Meile von Stettin, wo Nie-mand ein Wort davon wußte, bis die Lösung des schwedischenGeschützes donnernd über den Strom dahinrollte. Gustaf Adolfführte Truppen und Artillerie eiligst aus Land, und stellte sie involler Schlachtordnung auf der sogenannten Bleiche, eine Achtel-meile vor der Stadt, auf.
Am herzoglichen Hofe entstand eine fürchterliche Verwirrung.Der Oberst Damitz, Anführer der Besatzung, schickte in der Ueber-eilung einen Trommelschläger an den König, mit dem Bedeuten,„das Heer zurückzuziehen, sonst sollten die Kanonen der Stadtanfangen zu spielen." Der Trommelschläger führte seinen Auf-trag aus. „Wer hat dich geschickt?" fragte Gustaf-Adolf heftig.„Der Oberst Damitz," antwortete der Bote. „So sag' Damitz,"sprach der König, „daß ich nicht gewohnt wäre, durch einenDolmetscher mit solchen Männern wie er zu unterhandeln!" lieberdiese Antwort verlegen, begab sich Damitz unverzüglich selbst zuden Schweden. Er „bat auf das eindringlichste, daß die Stadtdoch mit schwedischer Besatzung verschont werden möchte, underinnerte zugleich an die Treue, welche der Herzog dem Kaiserschuldig wäre. — Gustaf Adolf führte dagegen an, „daß ernicht als Feind, sondern als Freund und Befreier von der Kaiser-lichen Druck u. s. w. gekommen wäre. Schließlich verlangte ermit dem Herzoge selbst zu sprechen." Während der Abgesandteum dieser Ursache willen nach der Sradt zurückkehrte, sprach GustafAdolf freundlich und vertraulich mit den Stettinern, welche ingroßer Anzahl, besonders vom weiblichen Geschlechte, heraus ge-strömt waren, um den längst ersehnten Helden zu sehn und zu