i§6 Europa und die Revolution.
mogte. Was von der wilden, rauhen Natursage,und der alten, kecken, derben Dichtung noch imVolke gieng, wurde von diesen Blumisten in dieBerge fortgetriebcu, und das flache Land nun injenem tiefsinnigen Gartengeschmacke angelegt, der,wie er Baume und Menschen an Spalieren zog,so Baume wieder zu Menschen und Thieren zuzu-schneiden wußte. Die Weltgeschichte war natürlichGeschichte der feinen Welt geworden, und die Hof-Historie wurde auf die zierlichste Weise in denDenkwürdigkeiten, goldene Aepfel in silbernenSchaaleu, ansgegebeu. Akademien in den Vorzim-mern des Hofes richteten die Wissenschaften ab,daß sie anständig sich vor der Gewalt verneigten,und von Zeit zu Zeit ihre Kunststücke producirten;wahrend die Prälaten den starren Glauben ge-schmeidig machten, und die Lehre dem Volk zumRinge durch die Nase, den Vornehmen zum süßenJoche und zur leichten Bürde. So war im Mit-telpunkte für Alles vorgesorgt, und alle Lenkseilewaren kundigen Händen anvertraut; aber der anZahl und intensiver Cenrrisugalkrast furchtbar ge-wachsene dritte Stand forderte eigene, kräftigereVorrichtungen. Man hatte zu diesem Zweck, nachAbschaffung der unbequemen Feudalheere, die be-soldeten Armeen, erst während der Dauer desKrieges, dann aber als stehend zu aller Zeit,