II. Vergangenheit. 121
Welt die untere, den Staat mit der Kirche, beydewieder in sich selbst und wie mit ihrer natürlichenUnterlage, so mit ihrer Zukunft und Vergangen-heit verknüpft, und mit ihren vielfach geschiedenenTätigkeiten diese Institutionen spannend Zusam-menhalt, und haltend spannt und treibt. DieAutorität aber, wenn ste einer solchen Meinunggegenüber in ihrer praktischen Bedeutung sichbehaupten will, muß in gleicher Steigerung aufderselben Höhe ethischer Würde und Lauterkeitüber der kampfenden Zwietracht erhaben stehen,und aller streitenden Elemente Uranfänge in siche-rem, festem Willen beschlossen tragen. Sie de-müthigt sich dann vor jener Macht, die ste zur Herr-schaft über freye Geister berufen hat, und, wie sieselbst im Welthaushalt über Knechte nicht gebietenwill, so auch im bürgerlichen Verkehr auf Erdenkeinem Sterblichen eine Delegation zur Tiranneyübertragen kann. Sie übt Gerechtigkeit vor allenDingen, weil, wenn ste Unrecht sich gestattet, dieinnerste Quelle des Rechts vergiftet ist. Sie läßtsich nie zur Gewalt verleiten, weil jede Gewalt-thätigkeit in der Rückwirkung, die sie hervorruft,sich selbst ausreibt. Sie läßt nie durch feigenArgwohn ihre ruhige Fassung stören, weil Argwohndas Laster kleiner Seelen, der Große des Berufeswiderspricht, und Feigheit nimmer solchen ziemt,