I. Orientirung. 3r
die Theokraten, nachdem sie die blöde Menschheitum ihrer Angen Licht betrogen, ihr die geweihteKrone aufs Haupt gesetzt, und nun geben ihrdiese das Schwcrdt statt des Zepters in die Linke,damit der Wolf also über blöde Schaafe herrsche,und jene erste Usurpation der übermüthigen Stärkeverewigt werde, die, indem sie unbefugt ihre Ge-walt in Recht, den Gehorsam in Pflicht verwan-delte, alles Despotisms, und der aus ihm entsprun-genen Sclaverey Anfang und Grund gewesen.Sie fordern eine Unterwerfung ohne Gränzen un-ter solche schrankenlose Autorität, vergessend, daßeine solche schon in ihrem Beginnen widerspre-chend ist der menschlichen Natur, die sich hier selbstentsagen soll, und nichtig, weil sie für das höch-ste Opfer die kleinste Entschädigung bietet, darumauch nur dauernd so lange, als der Grund be-steht, der sie erzwungen hat. Denn was die Ge-walt gebildet, und die Schwäche sich gefallen las-sen, kann nur so lange währen, als die Ohnmachtgegenüber der Macht besteht, wie die väterlicheGewalt im Familienverhältniß mit der Mündig-keit zu Ende läuft. Weder also kann durch blindeUnterwerfung ein rechtliches, noch auch ein dau-erndes Verhältniß begründet werden; dieß magnur allein durch gemeinsame Uebereinkunft allerStaatsgenossen in einem Socialpakte geschehen.