Denk
Wie spitzige Dornen oft stechen,
Will solche Rosen man brechen! —
Drei Dinge fordert von einer Braut,
Auf diese drei Dinge vor Allenschaut,
Ihr Jüngling' und Männer! Ohnedie drei
Gebiert die Wahl oft Schmerz undReu'.
Das Erste: die Gattin sey frommund gut.
Entflammt von göttlicher LiebeGluth! —
Dann, daß sie den Haushaltüberall kenne,
Nicht müßig hin und wieder renne!
Gesundheit fordert drittensvom Weibe;
Ja, stark sey sie am Geist und amLeibe!
Nimm nicht zn jung, zu alt, zu reich;
Mit Einem Worte: feyd beide gleich!
Noch Eins erwartet vom bravenWeibe,
Daß sie umher sich nirgends treibe!
Auf Schönheit nicht seht !O baldvergißt
Man Häßlichkeit selbst, wennfromm sie ist!
Auf Reichthum nicht seht! DieHäuslichkeit
Ist mehr, als Rcichthum, der fliehtmit der Zeit.
Auf Künste nicht seht! Natur,Natur
Führt Frauen allein auf rechterSpur.
Tyrannische Männer, herrschsüch-tige Weiber,
Die haben den heiligen Geist nichtzum Treiber.
Ein herrschend Weib ist häßlichund gräulich;
Ein Haustyrann nicht minderabscheulich!
Fürwahr, der ist selbst ein schwa-cher Mann,
Der Franenschwachhcit nicht tragenkann!
crse. Ü3
Qnäälgeister find oft solche Frauen,Die den eigenen Männern nichtmehr trauen;
Vor allen putzsüchtige eitle Pfauen!
Ehre sey Gott in derHoheFür jede gute, beglückte Ehe!Durch Frieden kann schon hierauf Erden
Ein Ehepaar himmlisch beseligtwerden;
An Solchen hat Gott ein Wohlge-fallen,
Die freundlich in Fried' und Ein-tracht wallen.
Kindcrerz ichung.
DerVater, die Mutter, die christlichdenkt,
Weiß, daß dieKinder Gottgeschenkt.Sie sind nicht bloß für's kurze Leben,Für die Ewigkeit sind sie ihnen gege-ben.
Drum sollen sie ernstlich sich bcmühn.Für Gott, für den Himmel sie zu er-zieh».
Was Gott schenkt, soll man nichtverderben;
Gott nimmt einst Kinder zn Him-melserbcu;
Werste verderbt, soll ewig sterben!
Erzählt den Kindern Viel vom Hei-land ;
Er ist noch Kinderfrcund, wie wei-land.
Ja, bringt sie hin zum besten Herrn;Das haben sie, das hat er so gern.Erzieherweishcit ist GottesGeschenk:
O seyd doch dessen stets eingedenk!Fleht, daß er dieseGabc euch schenke.Und eure Kinder zum Heile lenke!Fleht für die Kindlein, die Gott euchbcschert;
Weil Gott der Eltern Gebet erhört;Fleht: Vater, leite meine Kinder,Auf ebnem Wege leite sie;
Sind sie doch Fleisch, sind auchschon Sünder,
Den heil'gcn Geist entzieh' uns nie.