Deukvcrsc.
Hört, Kinder sind euch von Gottverliehen;
FürGott auch sollt ihr sie erziehen.
HabtrechtihrKindcrwcrth erkannt?
Sie sind vertrautes Unterpfand;
Gott fordert sie wieder von eurerHand! —
In dessen Namen sind Kinder ge-tauft.
Der sie mit seinem Blut erkauft:
Ihr gebt sic in dem heil'gen Bade
Der Taufe seiner ew'gcn Gnade;
O führt sie sanft nur Christi Pfade!
Soll wandeln ein Kind die Him-melsbahn?
Geht selbst mit gutem Beispielvoran!
Wie Mancher vergißt diese heiligePflicht,
Lehrt immer, und tbut es doch selbernicht!
Gott muß euer Thun und Lassenregieren;
So werdet zu Gott ihr die Kinderführen.
Ihr Eltern, ärgert die Kleinen nicht,
Sonst weh' euch einst in Gottes Ge-richt !
WasKinder zum Bösen reizen kann,
Das tress' im Hause man nirgend an.
Weh'euch, wenn dieser argen Welt
Ihr selbst vor Kindern gleich euchstellt!
Die Kindlein merken genau, wasihr thut;
Drum seyd, o seyd auf eurer Huth !
Ein Kinderherz ist wie Wachs; ach,leicht
Wird's umgestaltet und erweicht!
Wie schnell vom Außenschein ge-rührt,
Wie leichtbethört, verlockt, verführt!
O darum, Eltern, wacht, ja wacht!
Habt doch auf eure Kinder Acht;
Nicht Umgang mit Buben, mit Ge-sindel gelitten;
Böse Gesellschaft verderbt auch diebesten Sitten.
Kinder sind Sünder, vom Fleischgeboren,
Mehr kindisch als kindlich, wie ihr,verloren ;
Seyd ihr, sind sie nicht neugeboren !
Wie ein Kind auch die Eltern tustverbittert.
Bleibt Elternliebe doch uner-schüttert.
Verschieden ist sehr der Kinder Sinn;
Was Einem schadet, ist AndernGewinn.
Die Einen erzieht ihr wol mit Liebe;
Den Meisten gebühren derbe Hiebe;
Doch folgt dabei nicht dem Eigcu-tricbc!
Wollt euer thöricht Kind ihr weiser?
Schont ja nicht, ja nichtder Birken-reiser !
Nie straft im Zorn, nie schlagt mitWuth,
Weil Zorn nicht, was Recht vorGott ist, thut.
Wenns möglich, erzieht die Kindleinmit Glimpf;
Nicht tobt und schlagt mit Wuthund Schimpf!
Doch sparet auch die Ruthe nicht,
Wenn Kinder nicht thun gebotenePflicht.
Den Eigensinn, den Eigenwillenbrecht.
Eh' eure Mild' an euch selbst sichrächt!
Hilft Lieb' und Streng' und Allesnicht;
Bleibt mehr noch zu beten euch hei-lige Pflicht!
Ihr dürft zwar niemals träge ruhn;
Doch Gott muß das Beste, 'ja Allesthun.
Lehrt sie nicht bloß, was diese Welt,
Nein, was dem Ew'gen wohlgcfällt.
Zu Christo führt sie, der sie liebt.
Und reichen Himmelssegen giebt.
Erzieht sie ja nach seiner Lehre,
Hvrt's, Eltern, daß Gott euch wie-der höre.