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Denkverse und Epigramme
Entstehung
Seite
42
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Denkverse.

Ü2

Heil dem Mann, den Gott so ehret,Ihm ein solches Weib beschecret.Die ihm Lieb' und Lust gewähret,Blumen auf den Weg ihm streut!

An Ehefrauen.

Was geziemt den Ehefrauen?

Auf des Gatten Wohl zu schauen,Seiner Treue zu vertrauen.

Die ein Paar so eng' umflicht!

Sanft dem Mann sich hinzngcben,Nie mit Trotz zu widerstreben.Ganz für ihn, in ihm zu leben,—Das ist heil'ge Frauenpflicht!

Nie besteht auf Sinn und Meinung,Nie hartnäckige Verneinung!

O der seligen Vereinung!

Süße Lieb'! O Freudcnlicht!

Will der Mann im Zorne toben;Blickt sie flehend, still nach Oben,Bis die Flammen sind zerstoben:Sanftmuth solche Gluth bespricht!

Will der Mann im Unglück zagen;Weiß sie Furcht und Sorg' undPlagen

Freundlich tröstend zu verjagen;Gott ist ihre Zuversicht!

Will der Arbeit Last ihn drücken;Weiß sie so ihn zu erquicken.

Daß ihm Muth aus ihren Blicken,Trost aus ihren Worten spricht.

Möchte Gott euch Huld erzeigen,Daß euch froher Kinder ReigenSchmückte, gleich des OelbaumsZweigen!

Daß ihr selbst dem Weinstock glicht!

In der Kindlein trautem KreiseLehrt die Mutter, liebend — weise,Thut auf weltlich — laute Kreise,Hochbeglückt, wie gern! Verzicht.

Ihnen mehr stets zu gewähren.Sie zu hüthcn, sie zu nähren,Sie zu bilden und zu lehren.Fleht sie oft um Kraft und Licht.

Was für Unglück auch mag kommen;Alles dient zu ihrem Frommen!.

Lieb' und Gott bleibt unbenommen ;Nein, die Fromme zittert nicht!

Und wann schlägt desTodesStunde;Bleiben sie im treuen Bunde,Hören sie aus Christi MundeNur ein gnädiges Gericht.

Selbst das Grab kann sie nichtschrecken;

Christi Huld wird sie bedecken.Wird zum Wiedersehn sie wecken,Wann der ew'ge Tag anbricht! ^Ehestand.

Hört, hört, ihr lieben Eheleute,Folgt willig dem Rath, übt das nochheute.

Was nie ein Ehepaar bereute.Was immer innig sie erfreute!Die Ehe ist ein Bund derScelen!Drum darf nicht bloß das A u,g ewählen!

Die böse Ehe ist eine Hölle!

Die gutederHimmclsfrcudenQuclle.Lang' prüfe, bevor du den Gattenwählst,

Auf daß du dein Leben nicht ver-quälst!

Im Augenblick knüpft sich das Band;Doch Jahre währt der Ehestand.Wenn Liebe der Sinne welkt mitder Jugend;

Reift Seclenlicbe zu ächter Tu-gend.

O laß doch nimmermehr dichblenden:

Durch etwas, das doch bald wirdenden.

Laß nicht dich vom schönen LeibeBezaubern an einem Weibe!

Das sind glückselige Ehcw,

Wo Beid' auf FrömmigkeitAuf Lieb' und Treue mehr sehen,Als auf Wclteitelkcit.

Wie manches WeheGebiert die Ehe! —

Wie manches WeheZerstört die Ehe! —

Wie liebliche RosenEin Paar umkosen!