Dcukvers e.
Nie dich verwirrenDer Frommen Mißgeschick!
§06. Der Erde Lnst ist Schmerz undWähnen;
Biel süßer noch sind Rcuethränen,Und nach der Gnad' ein heißes Seh-nen.
§07- Walle still der Leiden Pfad!Freuden ärntcst du von Thränen-saat.
§08. Biel Unkraut wuchert noch aufErden —>
Auf! ausgereutct muß cs werden!
§0Y. Nurdasey gute Saat gestreut,Wo man ein offnes Ohr dir leiht!
§10. Scy gegen dich recht strengund scharf!
Ein Christ thut selbst nicht immer,was er darf.
411. DasSternenhccr — was ruft,>x dir's zu?
Wie groß ist Gott! wie klein bist du!
i §12. Wenn auch der Welten BauH zusammcnbricht,
^ So weicht doch Gottes Gnade nicht.
S §13. Wirst du nicht die Sünde mci-§ den;
Wird von Gott dich Sunde scheiden,^ Stürzen dich in ew'ge Leiden.
§l§. Des Herzens tiefste WundenH heilen,
H Kannst du damit zu deinem Hei-f land eilen.
t!
§4 §15. Bei keinem Bösen suche NathE und Licht;
Die Lieb' und Weisheit wohnt inf schlechten Seelen nicht.
§16. Ja, eitel ist die Welt;
§ Jedoch dem Eitlen nur!
-7 Dem Weisen ist sie eine Flur,
? Ein fruchtbar Feldh Zu guter Saat,
H Zu schöner That.
§17. O präg' cs tief ins Herz direin:
f Sey heilig, willst du selig scyn!
21
§18. Die haben schonDahin den Lohn,
Diebei der Menschenliebe GabenNur Menschenlob vor Augen haben.
§19. Nimm fremder Noth dich an;Gott lohnt, als war' es Ihm gethan!
§2l>. Dein Herz sep ein Altar —Da bringe Gott dich selber dar!
§21. Befolgst du nicht der LiebeGesetz;
Ist all dein Ehristcnthum Geschwätz.
§22. Wer sich selbst nicht überwin-det.
Ist im Glauben nicht gegründet.
§23. Wer Gottes Wahrheit von sichweist.
Der wird mit Menschenwahn ge-speist.
§2§. Den Himmel in der Brust,Thut man der Erde Werk mit Lust.
§25- Sind wir den Kindlein gleich;Nimmt Gott uns auf ins Freuden-reich.
§26. Nicht in Gräbern, ihr Betrüb-ten ,
Sucht die Heimgegangenen Gelieb-ten !
Droben in den heimathlichcn FlurenStrahlen sie, wie himmlische Na-turen.
§27. Scy nicht um eitlen Ruhmbemüht!
Das Veilchen duftet still und blüht.Wenn man's auch nicht bemerkt undsieht.
§28. Dem stillen, sanftcn Sinn ge-lingt,
Was nie Gewalt und Zorn er-zwingt.
§2Y. Dem Mißgeschick ohnmächtigwiderstreben.
Erhöht den Schmerz, verbittert dirdein Leben.
§30. Nie sage Lügen!
Doch oft die Wahrheit klug ver-schwiegen !