Denkvcrse.
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431. Nie fühlt ein frommes, göttli-
ches Gemüth,
Daß ihm des Lebens Lenz verblüht,Weil es in ew'ger Liebe glüht.
432. Laß dich niemals schläfrig
finden!
Betend, wachend nur wirst du dieSünden,
In der Kraft des Glaubens über-winden!
433. Das Böse sollst du böse nennen.Das Gute gut, vor aller Welt;Sollst Christum froh und frei be-kennen.
Der ewig Treu' und Glauben hält!
434. Sind Gottes Wege hier mir
dunkel,
Bleibt mancher Wunsch hier uncr-süllt;
Dort über jenem SterngefunkclWird Gottes Rath mir ganz ent-hüllt,
Und jeder Sehnsucht Durst gestillt.
435. Wir sehn nur eine Spanne
weit; —
Doch Gottes Blick umfaßt dieZeit,
Umfaßt die ganze Ewigkeit;
O, trau' Ihm fest auch in demherbsten Leid!
436. O, wenn verlorne Kinder
kommen,
Wie huldvoll werden sie vom Va-ter ausgenommen!
437. Das Irdische zum böhernZweck
verwandt!
Denn dazu gab dir'S Gottes Hand;Was ewig nützt, ist wahrhaft gut;Das Andre nimmt die Zeitcnfluth
438. In jeder Creatur
Erkenn' und liebe deinen Schöpfernur!
439. Halb ist schon gethan,
Was man recht begann.
440. An dem AltenSoll man halten,
Wcun's bewährt ist;
Doch des neuenAuch sich freuen,
Wenn's deß wcrth ist.
441. Nie laß' sich deine Hand aus-
strecken
Nach solcher Frucht die tödtcn kann !Nichts müsse deinen Geist beflecken!Christ, rühre nichts Unreines an!
442. Nur muthig froh begonnen!Bald ist das Heil gewonnen;Bald ist der Kampf geendet;Bald ist der Lauf vollendet!
443. Wie munter begann
Wol mancher die heilige Bahn!Bald ward er wieder gefangen.Und blieb in falscher Freiheit han-gen!
444. Willst in das Paradies du einst
hinein?
So muß in dir es jetzt schon sepn!
445. „Soll ich wirken, soll ich
ruhn?" —
Gott gleich, mußt du beides thnn!
446. Willst du ohne schweren StreitSieg erlangen, ohne Mühe?Dann, o Christi Streiter, flieheSüudliche Gelegenheit!
447. Bist zum Gebet du träge;Wird bald die Sünde rege!
448. Wie viel läßt Gutes noch sich
wirken
Zumal in frommen, häuslichen Be-zirken!
449. Was wir mit Gottesfurcht be-
ginnen.
Das wird ein glücklich Ziel gewin-nen.
Gott laßt so gern ein gutes Werkgelingen,
Die gute Saat viel' gute Früchtebringen!
450. Sinkt auch der Vernichtung
hin zum RaubeAlles, was auf Erden wohnt:Hoffnung, Liebe bleibt, und Glaube,Und ein Gott ist, der dicTrcuc lohnt!