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Denkverse und Epigramme
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Denk Verse.

382. Unglaube spricht:

CH' ich nicht sehr, glaub' ich nicht.Doch Glaub' ist Pflicht!

Denn durch sich sclbst erwcis't dieSoun' ihr Licht,Und Gottes OffenbarungErwcis't sich durch Erfahrung.

395. Wer Gottes Wort zwar Hort,Und bleibt doch unbekchrt.

Der wird von Gottes Zorn verzehrt.

396. Laß Jesnm nicht, so wirst du

überwinden.

In Nächten Licht, im Tode Lebenfinden!

383. Wer Schweres sich vermißt,Wie Petrus einst, vergißt,

Wie schwach er ist!

384. Wer in Satans Sieb so rechtGerüttelt und geschüttelt ist,

Der wird der beste Gottesknccht,Der wird der treuste Christ.

397. Wie auf einer FrühlingsattBlumen trinken Himmclsthan:

So erquickt, beglückt, erfreutLiebe, Fried' und Einigkeit.

398. Ein lieblos Herz ist nie ver-

gnügt ;

Stellt cs sich froh? Es lügt, cs lugt!

385. Wenn Andre gegen dich derLiebe Pflicht vergessen,Darfst du sie drum nicht aus demAuge setzen.

385. Wo Hochmuth, Wollust, Wclt-sinn walten,

Da kann sich göttlich Leben nichtgestalten,

Nichts Gutes da gedeih», noch sicherhalten.

387. Der Erde LeidDien' allezeit

Zur Seligkeit!

388. Der geistige Tod

Ist Trennung der Seele von Gott.

389. Wer sich auf Gott verlaßt,Steht felsenfest.

390. Was ist das Leben hier? Ein

Nichts, ein Dampf,Ein welkes Laub, ein steter Kampf.

39 1. Wachet, um den Feind zu

sehen!

Betet, ihm zu widerstehen!

392. Immer tiefer wirst du fallen;Willst in eig'ncr Kraft du wallen.

393. Wer sich selber kann gefallen,Jsl der Blindeste von Allen.

394. Trachte nie nach Dem,

Was dem Fleisch nur angenehm,Was dem tragen Sinn bequem!

399. Wcltchr' ist Traum, ja eines

Schatten Traum,Ein Nebcldunst, ein Seifeublasen-schaum.

400. Auch Schweigen ist Gebet;O selig, wcr's versteht,

Zu Gott mit Schweigen fleht!

401. Sinnenlicbc welket mit der Ju-

gend,

Scelcnlicbc blüht in ew'gcr Tugend.

402. Tugend ist Freud', auch un-

terdrückt;

Lastcrist Schmerz, auch hochbeglückt.

403. Wie man dich auch zu lästern

sich bemüht:

O, wenn nur Er, der alle Dingesieht,

Mit Huld auf dich hcrniedcrblickt.Und dich durch seinen Trost erquickt;So bist, so bleibst du hoch beglückt!

404. Wer Ohren hat, der höre mit

den Ohren:

Ein Wahn hat nichtdic beßre Weltgeboren,

Wer sie zum Strebezicl nicht hat er-koren ,

Wer nicht für sie bereit ist, gehtverloren.

405. Der Bösen Glück zerstäubt;Wer Gottes Willen thut, der bleibt.Nie laß dich irren

Der Bösen Freud' und Glück!