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Facade gewährt nicht den imposanten Anblick, den man er-wartet. Dies liegt meinem Bedünken nach darin, daß ein-mal die Architectur, ohngeachtet der ungeheuren Dimensionen,nicht einfach und großartig ist, und daß zweitens diese Fayadeder Totalansicht der Kuppel schadet. Daß selbst die großenVerhältnisse nicht recht bemerkbar sind, findet hier wie imganzen Gebäude statt und hat in der völligen Harmonie allereinzelnen Theile seinen Grund. Genug, der erste Eindruck istnicht befriedigend.
Neapel, den S7sten November 183?.
Indeß nur einen Schritt in das Innere des Heiligthumöund man wird mächtig ergriffen von dem Riesentempel. Ihnzu beschreiben, halte ich für unmöglich. Man muß kommenund sehen. Die schon oben erwähnte Harmonie macht, daßdas Gewaltige aller Verhältnisse nicht gleich in die Augenspringt. Erst wenn man ruhiger betrachtet und vergleicht,zeigt sich die colossale Größe in Allem. Gleich an den erstenPfeilern, wenn man eintritt, sind z. B. zwei Weihwasserkessel,die von Engeln getragen werden; diese letztem, beim erstenAnblick kleine Knäbchen, sind bei näherer Beleuchtung nichtsweniger als wahre Riesen und über 7 Fuß groß. Die Feder,mit welcher der heilige Markus unter der Kuppel sein Evan-gelium schreibt, ist eben so lang und die Buchstaben in derKuppel 4 Fuß. Es wird auch behauptet, daß der Hochaltar,d. i. der Baldachin, 90 Fuß, also so hoch wäre, als das Ber-liner Schloß. Mir ist es aber ein bischen übertrieben vor-gekommen, und alle andern waren derselben Meinung. Manhat der Kirche immer vorgeworfen, daß sie zu sehr mit Zier-