werden hier Opern gegeben, und wir sahen Adele cd Emericovon Mcrcadante. Ich bin im Ganzen sehr zufrieden gewesen.Die Prima Donna Signora Fabriche, eine junge hübschePerson von 20 Jahren, hat eine vortreffliche Stimme, nochnicht völlig ausgebildet, aber sehr viel versprechend. Die 2teDonna von guter Methode — mit beaux resl.es, die 3te eineschöne Alt-Stimme, dazu ein mittelmäßiger Tenor, aber zweiherrliche Baßstimmen, so hast Du das Personal. Das Or-chester ist stark besetzt und spielt gut. 7 Contre-Bässe, 4Violoncello, 8 Bratschen, 26 Violinen, die Blasinstrumentcwie gewöhnlich. Ein Corps Posaunen, was in den jetzigenOpern nicht fehlen darf, als wäre ä la veille des jüngsten Tagesund wollte dem Erzengel secondircn, wenn er den vcrhängniß-vollcn Ruf erschallen läßt. In Mailand gilt die italienischeMode, eine Oper wenigstens 30 — 49mal hintereinander zugeben. Während unsers 4tägigcn Aufenthalts wurde immerdasselbe gegeben, und noch jetzt sehe ich aus den mailändischcnZeitungen, daß kein anderes Stück auf dem Nepertoir stehet.Dann und wann fängt man auch mit dem zweiten Act an,wie ich dies in Mailand selbst erlebt, oder giebt 2 Acte von ver-schiedenen Opern, wie hier in Verona. Zwischen den Actenkommt immer ein großes Ballet, und nach dem letzten Act einkleines humoristischen Inhalts. Die Oper nun anlangend, diewir gesehen, so zeichnet sie sich gewiß unter den neueren ital-icnischen Compositionen Vortheilhaft aus. Melodisch und ge-sangvoll fehlt es ihr in einzelnen Stellen nicht an Character,und wenn auch hin und wieder etwas rossinirt wird, so scheintder Komponist doch mehr dem Zeitgeschmack als seinem Talentgefolgt zu sein, und wohl die Fähigkeit zu besitzen, etwasBesseres zu liefern. Ich schicke Dir Einiges, um es Schneidern
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Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
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224
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