großer und schöner Kirchen, ja in vielen Dörfern welche, diebei uns eine Residenz zieren würden, ich will daher mit dervorigen Bemerkung nicht sagen, daß die Kirchen Mailandsunbedeutend wären, aber sie zeichnen sich nicht vor andernwesentlich aus. Von Kunstsammlungen ist bemerkenswert!)zuvörderst die Brera oder Academie der Wissenschaften undKünste mit einer vortrefflichen Gemälde-Sammlung, worinvorzüglich ein prächtiges Jugendwerk Raphaels, die Ver-mählung der Maria, auch bei uns durch einen Kupferstich be-kannt, was bei allen Mängeln einer Jugendarbeit doch dengroßen Geist ahnen läßt, der hier in der ersten Entwickelungs-periode erscheint. Bei der Brera ist noch eine große Bibliothekund eine reich dotirte Sternwarte. Es waren in einigenSälen auch Bilder neuerer Meister und solche aufgestellt, dieden Preis erhalten hatten, sie sind aber nicht des Erwähnenswerth und kein einziges ist mit denen unseres Begaffe oderWach zu vergleichen. Die ambrosianische Bibliothek mit vielenHandschriften. Ein Buch von Leonardo da Vincis eigenerHand, zum Theil mathematische Studien und Handzeich-nungen enthaltend, ist interessant. In dem ehemaligen Re-fectorio des zur Kirche Santa Maria della gracia gehörig ge-wesenen Convents ist das berühmte Abendmahl Leonardo daVinci'ö. In seinem jetzigen destruirten Zustande gewährt eseinen höchst betrübten Eindruck. Wenn etwas Großes in derZeit untergeht, die nichts verschont, so tröstet man sich mit demallgemeinen Weltlauf, wenn aber ein solcher Schatz durchMuthwillen und Barbarei vernichtet wird, so kann man nurerbittert werden.
Von den Theatern habe ich 3 gesehen. Das Alla Scalaist eins der größten Italiens und wirklich imposant. Es